RWE Roels macht Tempo

RWE zahlt ein unveränderte Dividende und einen Bonus von 0,10 Euro. Außerdem scheiden die beiden Vorstände Manfred Remmel und Richard Klein bei dem Konzern aus. S&P hält schlechte Nachrichten bereit.

Essen/Frankfurt am Main - Der Energiekonzern RWE  hat seinen Vorstand von sechs auf vier Mitglieder verkleinert. Wie der Versorger am Donnerstag in Essen bekannt gab, haben die Vorstände Richard Klein (Fusionen und Übernahmen) und Manfred Remmel (Versorgung) ihre Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Das Unternehmen plant eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende - plus einen Bonus.

Die Kleins Aufgaben werden künftig vom neuen RWE-Chef Harry Roels wahrgenommen, den Bereich Versorgung übernimmt Vorstandsmitglied Gert Maichel. Über die Gründe für das Ausscheiden der beiden Manager wollte sich ein RWE-Sprecher auf Anfrage nicht äußern. Der Schritt sei in im "freundschaftlichen Einvernehmen" gefällt worden, hieß es.

Die Vorstandsverkleinerung kommt nicht unerwartet. Bereits in der Vergangenheit war darüber spekuliert worden. Branchenkenner zeigten sich aber überrascht von der Geschwindigkeit, mit der Roels den Wechsel anging.

Bonus für Aktionäre

Remmel war mehrfach in die Kritik geraten. So verantwortete er die gescheiterte Einführung der Strommarke Avanza und Powerline (Internetzugang via Stromkabel). Nach Einschätzung von Branchenkennern haben die beiden Flopps zum Abgang von Remmel beigetragen. Klein hatte sich selbst um die Konzernspitze bemüht. Roels hatte im vergangenen Monat das Amt von Dietmar Kuhnt übernommen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei nun nicht mehr möglich, sagte ein Kenner.

Wie RWE weiter mitteilte, wird für das abgelaufene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von einem Euro je Aktie vorgeschlagen. Zusätzlich soll allerdings eine Bonus von 0,10 Euro als Bonus für den erfolgreichen Verkauf des Raffinerie- und Tankstellengeschäftes von RWE Dea an Shell ausgeschüttet werden.

Standard & Poor's senkt Rating

Schlechte Nachrichten kamen hingegen von Standard & Poor's. Die Ratingagentur hat den Ausblick für das RWE-Kreditrating von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Das Langfristrating "A+" und das Kurzfristrating "A-1" sind bestätigt worden. Auch der Ausblick für die Kreditratings der RWE-Töchter Thames Water plc, Elizabethtown Water Co und Thames Water Utilities Ltd wurden auf "negativ" von "stabil" gesenkt.

Gründe für die Ausblick-Änderung seien das Finanzprofil von RWE, das der aktuellen Einstufung nicht vollständig entspreche. Weitere Gründe seien die Unsicherheit, wann geplante Verkäufe von Vermögenswerten stattfänden. Schuldenfinanzierte Akquisitionen, strengere Auflagen durch den Regulierer oder ein härterer Wettbewerb würden das Rating gefährden.

Ratingagenturen: Gesundheitscheck für Schuldner

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