DaimlerChrysler Mit Airbags Millionen verblasen

Der deutsch-amerikanische Autokonzern ist zur Zahlung von 58,5 Millionen Dollar Schadensersatz für gefährliche Airbags verurteilt worden.

Washington/Stuttgart - Ein Geschworenengericht in Philadelphia (Pennsylvania) sprach diese Summe am Donnerstag rund 80.000 Chrysler-Käufern zu. Außerdem muß der fünftgrößte Automobilbauer der Welt 3,75 Millionen Dollar Strafgeld bezahlen. Anwälte des Unternehmens wollen nach Medienberichten Berufung einlegen.

Die Besitzer von Chrysler-Autos der Baujahre 1988, 1989 und 1990, die mit einer besonderen Art von Airbags auf der Fahrerseite ausgestattet sind, hatten eine Sammelklage gegen den Konzern erhoben. Jeder erhält nun nach dem Geschworenenspruch 730 Dollar, um sein Fahrzeug mit sichereren Airbags ausrüsten zu lassen.

Die eingebauten Airbags hätten bei Unfällen Verbrennungen auslösen können, urteilte die Jury nach achtstündiger Beratung. Chrysler habe davon gewußt und nichts dagegen unternommen, sagten die Anwälte der Kläger. Die Amerikanerin Louise Crawley hatte 1992 bei einem Unfall Verbrennungen an einer Hand davongetragen. Nur 14 weitere der Kläger machten eine ähnliche Erfahrung. Die Airbags hatten eine Öffnung, die nach einem Unfall einen raschen Luftaustritt ermöglichte.