Gucci Schlachtplan gegen schleichende Übernahme

Die Italiener wehren sich gegen die Unfreundlichkeit aus Paris. Der Luxusartikelhersteller will einen wachsenden Einfluß des Konkurrenten und Großaktionärs LVMH verhindern.

Amsterdam - Die Gucci Group erklärte am Donnerstag, sie lehne die Berufung eines LVMH-Vertreters in den Aufsichtsrat wegen des Interessenskonflikts ab. Zudem reagiere Gucci mit einem Arbeitnehmer-Aktienoptionsplan auf den "schleichenden Erwerb" von 34,4 Prozent der Unternehmensanteile durch den Konkurrenten. Nach diesem Plan bestünden Optionen auf bis zu rund 37 Millionen neue Aktien. Die Optionen auf rund 20 Millionen Anteile würden sofort ausgeübt. Jeglicher Versuch, die Richtung des Unternehmens zu beeinflussen, sei ohne ein faires Angebot für die Übernahme aller Aktien nicht hinnehmbar.

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH nannte den Aktienoptionsplan unannehmbar und sprach von einer Giftpille. Dagegen werde sich LVMH mit allen zu Gebote stehenden Mitteln wehren, erklärte das Unternehmen.

Gucci-Chef Domenico De Sole sagte, man habe LVMH aufgefordert, ein faires Kaufangebot für 100 Prozent der Anteile zu machen. Doch habe LVMH dies abgelehnt. Ohne eine solches Angebot sei eine Beteiligung von 34,4 Prozent am eigenen Unternehmen durch einen Konkurrenten ein ernsthafter Interessenkonflikt.

Nach der Forderung von LVHM nach einer Vertretung im Aufsichtsrat von Gucci habe man bestimmte Bedingungen zur Wahrung der Unabhängigkeit gestellt, erklärte Gucci. Diese Bedingungen habe LVMH aber nicht akzeptiert. Arbeitnehmer, Lieferanten und unabhängige Aktionäre von Gucci hätten sich besorgt über eine mögliche ungebührliche Einflußnahme durch einen Konkurrenten geäußert.

Gucci erklärte weiter, mit dem Aktienoptionsplan könne man die Geschäfte ohne ungebührlichen Einfluß eines großen Konkurrenten führen. Der Aktienoptionsplan habe keinen wesentlichen Einfluß auf die Profitabilität, Finanzkraft oder die flüssigen Mittel der Gruppe. Und wegen der Struktur des Unternehmens werde die Maßnahme die ausgewiesenen Gewinne je Aktie nicht verwässern.

Ein Branchenfachmann erklärte, die Lage heize sich auf. Der Aktienoptionsplan ziele klar darauf ab, die Stimmrechte von LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton zu begrenzen. Allerdings würden durch die Maßnahme auch die Stimmrechte der übrigen Aktionäre begrenzt. Dies müsse Gucci gut begründen.