Pro Sieben Bisher bestes Ergebnis

Für 1998 hat der Fernsehkonzern ein Rekordergebnis vorgelegt. Nun sollen vor allem die Bereiche Nachrichten und Multimedia deutlich zulegen.

München - "Wir sehen uns nachhaltig auf Wachstumskurs." Das verkündete der Vorstandsvorsitzende der Pro Sieben Media AG, Georg Kofler, vollmundig am Donnerstag.

Der Jahresüberschuß für 1998 kann sich in der Tat sehen lassen: Er kletterte um 47 Prozent auf 153 Millionen Mark, das Konzernergebnis um 24 Prozent auf 316 Millionen Mark. Der Umsatz wuchs etwas moderater um rund fünf Prozent auf 1,97 Milliarden Mark.

"1998 war ein schwieriges Jahr für das Privatfernsehen in Deutschland angesichts der starken Konkurrenz durch die Öffentlich-Rechtlichen", sagte Kofler. Der Marktanteil des Senders Pro Sieben sei im vergangenen Jahr von 9,4 auf 8,7 Prozent gesunken, während Kabel 1 von 3,8 auf 4,4 Prozent zulegen konnte. Der Konzern habe die Umsatzrendite von 14 auf 16 Prozent steigern können.

Den Bereich Information will Pro Sieben mit seinem neuen Nachrichtensender N24 ausbauen, der Anfang des kommenden Jahres auf Sendung gehen soll. Dafür hatte der Konzern auch kürzlich die Nachrichtenagentur ADN/ddp gekauft. "Die Information soll neben dem Entertainment das zweite Standbein der Gruppe werden", sagte Kofler. Lukrativ sei für den Konzern vor allem die multimediale Nutzung des Angebots im Fernsehen, im Internet und im Videotext von Pro Sieben.

Angesichts der guten Ertragslage solle die Dividende auf zwei Mark je Vorzugsaktie (Vorjahr 0,60 Mark) und 1,85 Mark je Stammaktie (1,05 Mark) erhöht werden, hieß es. Die Pro-Sieben-Stammaktien gehören zu 58,4 Prozent Thomas Kirch, dem Sohn des Medienunternehmers Leo Kirch.

Die Werbeeinnahmen der TV-Anbieter werden nach Einschätzung von Vorstandsmitglied Michael Wölfle auch 1999 wieder um etwa vier Prozent auf acht Milliarden Mark wachsen. Auf dem klassischen Fernsehwerbemarkt sei die Pro-Sieben-Gruppe mit 26,5 Prozent Marktanteil hinter RTL die klare Nummer zwei. Werbefinanziertes Fernsehen werde auch in Zukunft der wichtigste Werbeträger bleiben.

Die Zahl der Mitarbeiter in der Gruppe lag 1998 etwa wie im Vorjahr bei knapp 1400.