Siemens 2001 an die Wall Street

Der Konzern will seinen grundlegenden Umbau bis zu seinem Gang an die US-Börse in zwei Jahren vollendet haben. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres haben sich die Ergebnisse deutlich erholt.

München - Siemens will mit strikten Erfolgsvorgaben und leistungsabhängigen Managergehältern seine Gewinne schneller als den Umsatz steigern. Erlöse wie Erträge sollen im laufenden Geschäftsjahr 1998/99 (30. September) zweistellig zulegen. Das sagte Vorstandschef Heinrich von Pierer am Donnerstag bei der Hauptversammlung in München. Dies sei trotz der sich eintrübenden Konjunkturaussichten sowie der zusätzlichen Belastungen durch die Steuerreform und den Metalltarifabschluß möglich.

Für das Frühjahr 2001 kündigte von Pierer den Gang an die New York Stock Exchange an. Bis dahin werde der laufende Umbau des größten europäischen Elektrokonzerns abgeschlossen sein. Siemens sei dann ein "anderes Unternehmen" mit einem überzeugenden Portfolio, mehr Transparenz und einem größeren Handlungsspielraum für Zukäufe. An der Börse zeigte der Siemens-Kurs zunächst wenig Veränderung.

Nach dem drastischen Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 1997/98 erholten sich die Siemens-Ergebnisse im ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich zweistellig. Umsatzziel für das Gesamtjahr sind mehr als 130 Milliarden Mark (plus zehn Prozent). "Wir sind in breiter Front vorangekommen", sagte von Pierer. Die Aktionäre sollen für 1997/98 wie im Vorjahr eine Dividende von 1,50 Mark erhalten.