Klöckner Partner gesucht

Der Konzern ist mit seinem Geschäftsfeld Automobilzulieferung nicht zufrieden. Nun soll ein Kompagnon her. Für die nähere Zukunft kündigte der Vorstandschef erstmals seit einer Dekade wieder Dividendenzahlungen an.

Duisburg - Angesichts der zunehmenden Globalisierung in der Automobilindustrie sucht der Klöckner-Werke-Konzern einen starken Partner für sein größtes Geschäftsfeld Automobilzulieferung. Auch wird ein Verkauf der Tochter Peguform nicht ausgeschlossen. "Wir wollen schnell zu einer Entscheidung kommen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Klöckner-Werke AG, Heinz-Ludwig Schmitz, am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Duisburg. Entsprechende Gespräche auch mit internationalen Interessenten für den Hersteller von Kunststoffteilen für Automobile seien bereits aufgenommen worden.

Bei einem 1997/98 (30.September) um 16 Prozent auf 5,1 Milliarden Mark gestiegenen Konzernumsatz hatten die Klöckner-Werke in ihrem Geschäftsfeld Automobilzulieferung einen Umsatz von rund 2,3 Milliarden Mark erwirtschaftet. Auf Peguform entfielen davon rund zwei Milliarden Mark. Trotz eines kräftigen Umsatzanstiegs fiel das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Bereich Automobilzulieferung mit einem Rückgang um 29 Millionen Mark auf 24 Millionen Mark nach den Worten des Konzernchefs "enttäuschend" aus.

Der Klöckner-Werke-Konzern konnte sein Ergebnis im gleichen Zeitraum von 71 Millionen Mark auf 134 Millionen Mark nahezu verdoppeln. Der Jahresüberschuß ging jedoch nach dem Wegfall von im Jahr zuvor erzielten außerordentlichen Erträgen von 163 Millionen Mark auf 50 Millionen Mark zurück. Innerhalb der "nächsten ein bis zwei Jahre" kündigte Schmitz jedoch eine Rückkehr des Unternehmens "in den Bereich der Dividendenfähigkeit" an. Die Klöckner-Werke AG hatte zuletzt für das Geschäftsjahr 1989/90 eine Dividende ausgeschüttet.

Schmitz kündigte einen weiteren Ausbau der Aktivitäten des Konzerns in den Geschäftsfeldern Folien und Abfüll- und Verpackungstechnik an. In beiden Bereichen hatten die Klöckner-Werke im zurückliegenden Jahr einen Umsatz von jeweils rund 1,2 Milliarden Mark erzielt. In den ersten vier Monaten 1998/99 habe der Ertrag in allen drei Konzernbereichen gesteigert werden können, berichtete Schmitz. Das Konzernergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftsätigkeit habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit gut 40 Millionen Mark sogar verdoppelt. Für das Gesamtjahr werde mit einem Anstieg bei Umsatz und Ergebnis gerechnet.