Deutsche Post Mit Danzas weltweit transportieren

Die Übernahme des drittgrößten Logistikkonzerns der Welt durch den Gelben Riesen ist perfekt.

Bonn/Basel - Wie beide Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluß mitteilten, kann die Deutsche Post AG nach Ablauf einer bis zum Vortag gesetzten Angebotsfrist 91,1 Prozent der noch im Publikumsbesitz befindlichen Aktien übernehmen. Zusammen mit ihrem bisherigen Anteil von 2,2 Prozent wird sie damit künftig 93,3 Prozent aller stimmberechtigten Namensaktien des drittgrößten Logistikunternehmens der Welt halten.

Vor der endgültigen Übernahme der Aktien müssen die Aktionäre aber noch an diesem Donnerstag auf einer außerordentlichen Generalversammlung der Aufhebung einer Vorschrift zustimmen, wonach pro Anteilseigner höchstens sieben Prozent der Stimmrechte ins Aktienregister eingetragen werden dürfen. An diesem Beschluß gibt es bei der Post aber keine Zweifel.

Mit ihren Verkaufsangeboten haben die Aktionäre klar die von der Post gestellte Bedingung erfüllt, mindestens 80 Prozent der Aktien kaufen zu können. Die Post hatte den Aktionären der Danzas Holding AG im Dezember einen Preis von 590 Franken (rund 720 Mark) je Anteil geboten. Der Mitteilung zufolge wurden ihr bis Montag insgesamt rund 1,7 Millionen Aktien angeboten. Damit wird sie mindestens 1,2 Milliarden Mark für Danzas zahlen. Der Preis dürfte sich jedoch noch erhöhen, da auch die restlichen Danzas- Aktionäre in einer gesetzlichen Nachfrist von zehn Börsentagen (22. Februar bis 5. März) noch die Möglichkeit haben, sich ebenfalls für 590 Franken von ihren Anteilen zu trennen.

Wie es in der Mitteilung weiter hieß, haben die Wettbewerbsbehörden der Schweiz und der USA der Übernahme bereits zugestimmt. Ein Genehmigungsentscheid der Europäischen Union stehe noch aus.

Die Post will mit Danzas einen weltweiten Transportkonzern aufbauen und damit ihre Führungsposition in Europa stärken. Danzas setzt mit 16 000 Beschäftigten pro Jahr rund 5,5 Milliarden DM um. Die 1815 gegründete Firma transportiert für Klein- und Großkunden Waren aller Art. Sie macht Umzüge und liefert unter anderem als Partner der Lufthansa-Cargo Ersatzteile und Pharmaprodukte, Nahrungsmittel und Bekleidung in alle Welt.

Als Postvorstandschef Klaus Zumwinkel die Übernahme im Dezember bekanntgegeben hatte, versicherte er, daß sie keine negativen Folgen für die Beschäftigten beider Unternehmen haben soll. Der Zusammenschluß sei kein Rationalisierungsvorhaben, dem Arbeitsplätze zum Opfer fielen.