Cisco Erwartungen übertroffen

Der weltgrößte Netzwerkausrüster hat dank drastischer Einsparungen seinen Gewinn deutlicher gesteigert als erwartet. Der Ausblick auf das Jahr 2003 bleibt jedoch sehr zurückhaltend.

San Jose - Der weltgrößte Netzwerkausrüsters Cisco Systems  hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal mit einer Gewinnsteigerung die Erwartungen des Marktes übertroffen. Der Gewinn je Aktie (EPS) auf Pro-forma-Basis sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9 auf 15 US-Cent gewachsen, teilte das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit.

Der Umsatz ging um 2,1 Prozent auf 4,71 Milliarden Dollar zurück. Das Unternehmen begründete den Gewinnanstieg um 50 Prozent damit, dass der Umsatzrückgang durch höhere Kosteneinsparungen ausgeglichen werden konnte. Das Nettoergebnis sei auf 991 Millionen Dollar oder 14 Cent je Aktie gestiegen nach 660 Millionen Dollar oder sechs Cent je Aktie im Jahr zuvor.

Obwohl der Umsatz seit Ende 2000 rückläufig ist, gelang es Cisco, die Quartalsgewinne im vergangenen Jahr durch Kosteneinsparungen zu steigern und die Preise um mehr als 50 Prozent über denen der Konkurrenz zu halten.

"Erholung nicht in Sicht"

Konzernchef John Chambers sagte, eine Erholung der Investitionen seitens der Kundschaft sei nicht in Sicht. "Wir stellen fest, dass sich die Firmenmanager konservativer verhalten als im vorvergangenen Quartal", sagte Chambers. Finanzdirektor Larry Carter geht davon aus, dass der Umsatz im laufenden Quartal gegenüber der am 25. Januar beendeten Berichtsperiode unverändert bleibt oder um zwei bis drei Prozent auf etwa 4,57 Milliarden Dollar zurückgeht. Um den Rückgang aufzufangen, hat Cisco den Betriebsaufwand um 7,4 Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar zurückgefahren.

Deutsche Tech-Aktien tauchen ab

Doch auch die guten Zahlen von Cisco, der erneut mit seiner Gewinnmarge besser abgeschnitten hat als die Wettbewerber, konnten den Technologietiteln im Dax am Mittwoch nicht helfen. Das Geschehen an den Börsen wird vom Thema Irak bestimmt: Anleger warten auf die Rede des US-Außenministers Colin Powell. Der Dax setzte seine Talfahrt am Mittwoch Vormittag ungebremst fort und fiel zeitweise unter 2600 Punkte.

Ausblick 2003: 197 Unternehmen tauchen ab

Auch in den USA sind Anleger vorsichtig geworden, denn die Bilanz der Earnings Season ist bislang nicht berauschend ausgefallen. Von den 332 Unternehmen, die bislang Zahlen gemeldet haben, haben nach Berechnungen von Thomson First Call 197 Unternehmen einen zurückhaltenden bis negativen Ausblick für das laufende Jahr gegeben. Das ist die höchste Zahl seit vier Quartalen.

Nur 86 Unternehmen erfreuten die Anleger mit einem optimitischen Ausblick. 49 haben ihre früheren Prognosen bestätigt.

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