DaimlerChrysler Ergebnis vervierfacht - Dividende angehoben

Der Autokonzern hat seinen operativen Gewinn auf 5,8 Milliarden Euro vervierfacht. Die Dividende soll ebenfalls deutlich steigen. Dennoch erleidet die Aktie mit dem schwachen Markt deutliche Verluste.

Stuttgart - Der Autobauer DaimlerChrysler  hat seinen operativen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um das Vierfache gesteigert und will deshalb die Dividende von 1,0 auf 1,50 Euro erhöhen.

Wie das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mitteilte, stieg der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn nach den vorläufigen Zahlen auf 5,8 Milliarden Euro. Im Jahr 2001 hatte der Gewinn 1,34 Milliarden Euro betragen.

Umsatz ging leicht zurück

Der Konzernumsatz ging um zwei Prozent auf 149,6 Milliarden Euro zurück. Damit lag DaimlerChrysler nur minimal unter der eigenen Umsatzprognose von 150 Milliarden Euro.

Die Aktie von DaimlerChrysler  gab in einem sehr schwachen Markt am Dienstag Nachmittag dennoch deutlich nach. Das Papier des Autobauers war bereits einen Tag vor Bekanntgabe der Eckdaten deutlich gestiegen. Nun nehmen Anleger Gewinne mit: Die Verluste betrugen bis zum Nachmittag rund vier Prozent.

Sanierung schreitet voran

DaimlerChrysler hatte im vergangenen Jahr mit den Mercedes-Benz-Pkw an die Rekordzahlen des Vorjahres anschließen und die hoch defizitäre amerikanische Chrysler-Group schneller und anhaltender als erwartet in die schwarzen Zahlen zurückbringen können.

Mit der 50-prozentigen Dividendensteigerung, über die endgültig die Hauptversammlung am 9. April in Berlin entscheiden muss, habe Konzernchef Jürgen Schrempp signalisieren wollen, dass man die geplanten Zwischenschritt erreicht habe und sich zutraue, auch das schwere Jahr 2003 meistern zu können.

Erwartungen der Analysten getroffen

Mit dem bereinigten Operating Profit von 5,8 Milliarden Euro lag die DaimlerChrysler AG im Rahmen der Analystenschätzungen, die im Durchschnitt 5,9 Milliarden Euro betragen hatten. Mit Einmaleffekten betrug der operative Gewinn sogar 6,9 Milliarden Euro.

Das Konzern-Ergebnis lag bereinigt bei 3,3 Milliarden Euro nach 730 Millionen Euro im Jahr 2001. Mit Einmaleffekten wurde ein Ergebnis von 4,68 Milliarden Euro nach einem Konzernverlust von 662 Millionen Euro im Jahr 2001 geschafft.

Einmaleffekte sind beispielsweise Einnahmen aus Verkäufen oder Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen. DaimlerChrysler hatte nach dem dritten Quartal noch per Saldo positive Einmaleffekte von 1,6 Milliaden verzeichnet, verbuchte unter anderem im vierten Quartal jedoch im Nutzfahrzeugberereich 452 Millionen Euro für verstärkte Restrukturierungsmaßnahmen vor allem im deutschen Nutzfahrzeugbereich.

Ausblick vertagt - viertes Quartal stark

Ausblick in zwei Wochen - viertes Quartal stark

Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg von 0,73 Euro im Jahr 2002 auf 3,30 Euro. Der Umsatzrückgang lag vor allem an Wechselkursveränderungen und Veränderungen im Konsolidierungskreis. Bereinigt wäre der Umsatz um 1,6 Prozent gestiegen.

Einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gab DaimlerChrysler im Gegensatz zum vergangenen Jahr nicht. Ein Sprecher verwies auf die Bilanzpressekonferenz am 20. Februar.

Im vierten Quartal zog der operative Gewinn den Angaben zufolge von 564 Millionen Euro auf 1,173 Milliarden Euro an. Netto legte der Konzern zwischen Oktober und Dezember von 284 Millionen auf 721 Millionen Euro zu.

Hin und Her der Prognosen

Bei Vorlage der Neunmonatszahlen Ende Oktober hatte der Automobilkonzern angekündigt, der Betriebsgewinn im Konzern ohne Sondereffekte werde mehr als fünf Milliarden Euro erreichen. Die Mehrzahl der Analysten war vor Bekanntgabe der Jahreszahlen von einem Gewinn von rund sechs Milliarden Euro ausgegangen: Mit seinen sehr konservativen Prognosen hatte DaimlerChrysler zeitweise für Verunsicherung bei den Aktionären gesorgt.

Positiv wirkte sich auf den Kurs aus, dass nach den deutlichen Siegen der CDU bei den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen die für Premiumhersteller problematische Dienstwagensteuer entfalle oder modifiziert werde.

Der neue Ministerpräsident von Niedersachsen, Christian Wulff, hatte am Morgen im ZDF gesagt, die CDU werde jetzt Dinge wie die Firmenwagenbesteuerung im Bundesrat verhindern. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte ursprünglich geplant, die Steuer für Dienstwagen von derzeit einem Prozent auf 1,5 Prozent des Listenpreises anzuheben.

Die Skepsis bleibt im Markt

Auch die Gerüchte, wonach der Autobauer seine Dividende deutlich erhöhen werde, hatten der Aktie bereits in der vergangenen Woche Auftrieb verliehen. Im Jahr 2001 hatte der Konzern die Dividende wegen der schwachen Branchenkonjunktur auf einen Euro gekürzt (2000: 2,35 Euro).

Anleger hatten eine Dividende zwischen 1,50 bis 2 Euro erwartet - das Anlegermagazin FocusMoney hatte von einer Verdoppelung der Dividende berichtet und hatte die Erwartungen in die Höhe geschraubt. Mit einer Dividenzahlung von 1,50 blieb DaimlerChrysler damit am unteren Rand der Erwartungen.

Händler trauen der Kurserholung bei DaimlerChrysler noch nicht. "Vor allem die großen institutionellen Anleger sind nach wie vor spürbar verunsichert", hieß es am Montag in Frankfurt. Besonders auf dem wichtigen US-Automarkt herrscht ein gnadenloser Preiskampf.

Eine erfolgreiche Sanierung bei der US-Sparte Chrysler ist jedoch die entscheidende Voraussetzung für eine Erholung der DaimlerChrysler-Aktie. Das Papier hatte Ende Januar Notierungen zwischen 25 und 26 Euro ausgelotet - der tiefste Stand seit mehr als zehn Jahren.

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