Porsche Von wegen Vorzeige-Status

Im Ausland gilt der Stuttgarter Edelkarossenbauer als Vorzeige-Unternehmen. Im Vorzeigesegment "Prime Standard" hat Porsche dennoch nichts zu suchen, argumentiert die Deutsche Börse. Die Stuttgarter erwägen ein Listing in London.

Frankfurt am Main - Der Sportwagenhersteller Porsche  wird voraussichtlich nicht in das Edelsegment der Deutschen Börse, den "Prime Standard", aufgenommen. Das Stuttgarter Unternehmen will sich dagegen zur Wehr setzen.

Die Deutsche Börse habe den Antrag von Porsche auf Aufnahme in den "Prime Standard" abgelehnt, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Stuttgart. Grund dafür sei die Weigerung des Unternehmens, alle drei Monate über den Geschäftsverlauf zu berichten. "Wir werden dagegen sofort Widerspruch einlegen", kündigte der Sprecher an.

Listing an der LSE denkbar

Im Falle einer erneuten Ablehnung werde Porsche prüfen, ob man zu juristischen Maßnahmen greifen werde. Quartalsberichte sind Voraussetzung für eine Aufnahme in den Prime Standard. Nach der Entscheidung der Börse wird Porsche in den General Standard eingruppiert, für den sich bisher fast ausschließlich kleinere Nebenwerte entschieden haben.

"Wir lassen uns alle Optionen offen", sagte der Sprecher. Auch ein Listing an der Londoner LSE sei denkbar. Vorstandschef Wendelin Wiedeking hatte vor einem Jahr eine Notierung an der New Yorker Börse ins Gespräch gebracht, das Vorhaben jedoch auf Grund des hohen damit verbundenen Aufwands wieder abgesagt.

Klare Kriterien

Wiedeking hält die Aussagekraft von Quartalsberichten für stark eingeschränkt. Sie nützten allein der Börse, argumentiert er. Porsche war im Herbst 2001 deshalb aus dem MDax ausgeschlossen worden.

Von Seiten der Börse hieß es, Porsche könne gegen den dann ergehenden Widerspruchsbescheid vor dem Verwaltungsgericht klagen. Die von dem Sportwagenhersteller kritisierte Pflicht zur Quartalsberichterstattung ist in der Börsenordnung geregelt. Der Gesetzgeber hatte die Börse im 4. Finanzmarktförderungsgesetz ermächtigt, Zulassungsvoraussetzungen für einzelne Segmente in der Börsenordnung vorzusehen.

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