Tagesausblick Eine weitere Woche warten

Mit Spannung war auf der gesamten Welt die Rede von George W. Bush erwartet worden. Noch legte sich der US-Präsident nicht auf einen Angriff gegen den Irak fest. Damit ließ er auch die Finanzmärkte weiter im Ungewissen.

Hamburg – In der Erwartung auf eindeutige Signale aus Washington hatte die Wall Street am Dienstag mit einem Dow Jones von 8089 Punkten geschlossen - immerhin ein Plus von 1,3 Prozent. Auch der Nasdaq-Composite konnte um 17 Zähler auf 1342 Punkte zulegen.

Doch die erhoffte Festlegung auf einen Termin für einen Angriff gegen das Regime von Saddam Hussein blieb aus. Mindestens eine Woche noch werden also die Börsen der politischen Entwicklung hinterhertaumeln. Denn erst am 5. Februar will die US-Regierung dem Weltsicherheitsrat neue Beweise für die Existenz illegaler Waffenprogramme im Irak vorlegen.

Da zusätzlich von der US-Notenbank keine Veränderung der Zinssätze erwartet wird, müssen die deutschen Finanzmärkte zur Abwechslung einmal selber versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Allerdings wird für den Dax  ein schwacher Auftakt erwartet.

Clement spricht in Berlin und guckt nach Düsseldorf

Vielleicht gelingt es ja Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, mit der Vorstellung seines Jahreswirtschaftsberichtes am Vormittag ein paar Wolken vom Konjunkturhimmel zu vertreiben. Die Gedanken des ehemaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen dürften aber auch in Düsseldorf sein. Dort findet gleichzeitig die mündliche Verhandlung im Beschwerdeverfahren gegen die Ministererlaubnis zum Zusammenschluss von Eon  und der Ruhrgas AG statt.

Bis zum frühen Morgen schienen sich die Kontrahenten in ihrer Nachtsitzung noch nicht außergerichtlich geeinigt zu haben. "Bislang findet die Verhandlung wie geplant statt", sagte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Düsseldorf am Mittwochmorgen.

Ein anderer heißer Übernahmekandidat, die Buderus AG , stellt heute in Frankfurt sein Jahresergebnis vor. Mal sehen, ob der mögliche Preis, den die Bosch-Gruppe für eine Übernahme der Mehrheit zahlen müsste, danach steigt oder fällt. Bereits gestern hatte Buderus mitgeteilt, dass eine schwächere Inlandsnachfrage sowie gestiegene Rohstoffkosten den Konzernumsatz und das Vorsteuerergebnis 2002 erwartungsgemäß unter die Vorjahreswerte gedrückt haben.

Vorbörslich gab es am Mittwoch Zahlen von Lambda Physik  und Software AG . Lambda erwartet für das laufendes Geschäftsjahr 2002/03 unverändert einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Dies entspreche dem Vorjahresniveau, teilte das Unternehmen am Mittwoch ad hoc mit. Zudem gehe Lambda für das Gesamtjahr von einem positiven Nettoergebnis aus.

Die Darmstädter Software AG rechnet für das Geschäftsjahr 2003 währungsbereinigt mit einem Konzernumsatz auf Vorjahreshöhe. Stabiler Erlösträger werde dabei mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent erneut das Wartungsgeschäft sein. Hingegen seien die Lizenz- und Serviceerlöse wegen des ungewissen Kundenverhaltens schwerer zu planen.

Bei Sony stagniert der Umsatz

Während die deutsche Börse noch zeigen muss, wie sie die Bush-Rede verdauen wird, hat der japanische Markt erneut schwach geschlossen. Ungeachtet der positiven Wall-Street-Daten fiel der Nikkei um 2,28 Prozent auf 8331,08 Punkte. Vor allem die High-Tech-Titel gaben am Mittwoch ab.

Der japanische Elektronikkonzern Sony  hat im dritten Geschäftsquartal bei stagnierenden Umsätzen immerhin den Gewinn deutlich gesteigert. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Tokio mitteilte, lag der Vorsteuergewinn bei 201,9 Milliarden Yen im Vergleich zu 119,3 Milliarden Yen im Vorjahresquartal. Der Überschuss betrug 125,4 Milliarden Yen, fast doppelt so viel wie in der entsprechenden Vergleichsperiode.

Allerdings bewegte sich der Umsatz im dritten Quartal mit 2,31 Billionen Yen nur knapp über den 2,28 Billionen Yen im dritten Quartal 2002. Beim operativen Gewinn übertraf Sony mit 199,5 Milliarden Yen das eigene Vergleichsergebnis (158,6 Milliarden Yen) und bewegt sich damit am oberen Rand der Analystenerwartungen. Für das Gesamtjahr erwartet Sony weiterhin einen operativen Gewinn von 280 Milliarden Yen.

Was sagt France Telecom zu Mobilcom?

Bei den wichtigen Quartalszahlen richten sich die deutschen Augen heute auch nach Paris. Dort gibt die France Telecom  ihren Umsatz für das vierte Quartal bekannt. Man darf gespannt sein, ob es einen Kommentar zur Annahme des Agreements mit Mobilcom  geben wird.

Quartalsergebnisse gibt es natürlich auch wieder in den USA: Die frisch in Altria  umgetaufte Philip Morris veröffentlicht die Ergebnisse im Laufe des Tages, AOL Time Warner  traut sich erst nach Börsenschluss an die Öffentlichkeit.

Alle Marktberichte im Überblick

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.