NS-Fonds Entschädigung für Zwangsarbeiter

Zur Entschädigung von Zwangsarbeitern werden führende deutsche Unternehmen eine Stiftung errichten. Über die Höhe des Fonds ist noch nichts bekannt.

Bonn - Die deutsche Wirtschaft will NS-Zwangsarbeiter mittels eines Fonds entschädigen. Das sagten die Repräsentanten der beteiligten Firmen am Dienstag in Bonn nach einer Unterredung mit dem Bundeskanzler. Gerhard Schröder habe die Errichtung der "Stiftungsinitiative deutscher Unternehmen: Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" begrüßt und ihre Begleitung durch die Bundesregierung zugesagt, hieß es in gemeinsamen Erklärung der Unternehmen. Der Fonds, über dessen Umfang zunächst keine Angaben gemacht wurden, soll möglichst zum 1. September wirksam werden.

Mit der Initiative werden der Mitteilung zufolge drei Ziele verfolgt: Zum einen gehe es darum, eine Antwort auf die moralische Verantwortung deutscher Unternehmen aus den Bereichen der Zwangsarbeiterbeschäftigung, der Arisierung und anderen Unrechts aus der Zeit der NS-Herrschaft zu geben. Zum anderen gehe es darum, aus diesem Verständnis der NS-Vergangenheit humanitäre und zukunftweisende Projekte zu fördern. Dritter Punkt sei, dadurch eine Grundlage zu schaffen, um Klagen zu begegnen und Kampagnen gegen den Ruf Deutschlands und seiner Wirtschaft den Boden zu entziehen.

Bundeskanzler Schröder machte nach dem Gespräch deutlich, daß es bei dem Fonds nicht um Wiedergutmachung gehe. Dieser Sachverhalt sei abgeschlossen. Es gehe vielmehr um konkrete Ansprüche. Hier müsse es einen "Schutz" für die deutsche Wirtschaft geben.

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