Japan Drastischer Zinsanstieg zwingt zum Handeln

Im Land der aufgehenden Sonne macht sich Unruhe breit: Die Regierung hat nun Maßnahmen zur Eindämmung des rasanten Anstiegs der langfristigen Zinsen angekündigt.

Tokio - In diesem und im nächsten Monat solle unter anderem der Kauf von ausstehenden Regierungsanleihen wieder aufgenommen werden, kündigte Finanzminister Kiichi Miyazawa am Dienstag an. Hintergrund des jüngsten scharfen Anstiegs der langfristigen Zinsen sind Japans Konjunkturprogramme zur Bekämpfung der hartnäckigen Rezession. Diese Finanzspritzen sollen mit Staatsanleihen finanziert werden.

Der daraus resultierende Anstieg der Renditen führte zu einer deutlichen Beunruhigung an den Finanzmärkten. Da führende Politiker in Japan befürchten, daß sich dies negativ auf die Konjunktur auswirken und das Land noch tiefer in die Rezession absacken könnte, forderten sie die Zentralbank zum entschiedenen Handeln auf. Am Freitag hatte die Bank die Tagesgeldzinsen ohne große Wirkung auf 0,15 nach 0,25 Prozent gesenkt. Manche Stimmen fordern, sie sollte die Anleihen der Regierung kaufen, praktisch mit neugedrucktem Geld. Doch dagegen wehrt sich die Bank von Japan bisher beharrlich.

Finanzminister Miyazawa kündigte nun an, man wolle in den nächsten Wochen Anleihen im Volumen von jeweils 200 Milliarden Yen (rund 3 Milliarden Mark) aufkaufen. Außerdem solle die Höhe der Ausgabe von zehnjährigen Anleihen im März auf 1,4 Billionen Yen und damit um 400 Milliarden Yen gegenüber der ursprünglichen Planung reduziert werden. Als Ausgleich soll die Ausgabe zweijähriger und sechsjähriger Notes um 300 Milliarden beziehungsweise 100 Milliarden Yen erhöht werden. Er verspreche sich davon positive Auswirkungen, sagte Miyazawa.

Seine Regierung habe aber noch nicht entschieden, ob sie mit dem Aufkauf ausstehender Anleihen im kommenden Fiskaljahr fortfahren werde. Nach Ankündigung der neuen Maßnahmen sackte die Rendite der zehnjährigen Referenzanleihe wieder drastisch auf 1,86 Prozent ab, nachdem sie am Vortag noch auf 2,14 Prozent gestiegen war. Der rasante Anstieg war in letzter Zeit mit Befürchtungen einhergegangen, die Regierung werde im Fiskaljahr 1999 (Beginn 1. April) durch die Plazierung neuer Anleihen in Höhe von rund 31 Billionen Yen den Markt regelrecht überschwemmen.

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