Metall-Konflikt Säbelrasseln vor Schlichtung

Vor der Schlichtung im Metall-Tarifkonflikt, die am Dienstag in Baden-Württemberg beginnt, haben Arbeitgeber und Gewerkschaft noch einmal ihre Ziele abgesteckt.

Hamburg - Die Gewerkschaft hat die Drohung der Arbeitgeber zurückgewiesen, das Bündnis für Arbeit im Falle von Streiks platzen zu lassen. Beide Seiten betonen jedoch, an einer friedlichen Einigung interessiert zu sein. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall warnte erneut, daß bei einem Scheitern die Bonner Gespräche über ein Bündnis für Arbeit ernsthaft gefährdet würden. Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters wiederholte seinen Vorwurf, die Arbeitgeber wollten das Bündnis nicht und nähmen den Konflikt als willkommenen Anlaß, "das zu Fall zu bringen, was die Regierung als das Kernstück ihrer Politik betrachtet".

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt wies den Vorwurf zurück. Dies sei eine geradezu "bösartige und absurde Unterstellung". Gleichzeitig warnte er jedoch vor einem unangemessenen hohen Abschluß. Dies hätte "mit Sicherheit Auswirkungen und würde natürlich auch die Gespräche zum Bündnis für Arbeit in hohem Maße belasten". Er zeigte sich allerdings optimistisch, "daß wir auch in diesem Jahr wieder einen Tarifabschluß finden werden, wenn die IG Metall von ihrer realitätsfernen Forderung von 6,5 Prozent herunterkommt".

Auch Gesamtmetall-Vorstandsmitglied Hans Werner Busch äußerte die Hoffnung auf eine möglichst schnelle Einigung. Zur Fristsetzung der IG Metall für eine friedliche Lösung bis Mittwoch um Mitternacht sagte der Arbeitgebervertreter: "Ich sehe die Zeitsetzung eher als eine Zeitsetzung für die IG Metall selbst." Die Gewerkschaft sehe ein, daß "wir möglichst schnell zu einem für alle verträglichen Ergebnis kommen sollten".

Der Bezirksleiter der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Harald Schartau, schätzte die Chancen auf eine Lösung am Verhandlungstisch mit 50:50 ein. Er betonte den Willen der Gewerkschaft, bei der Schlichtung unter Führung von Hans-Jochen Vogel (SPD) zu einem guten Kompromiß zu kommen. Der frühere SPD-Vorsitzende und Bundesjustizminister stehe dafür, daß jede Seite das Gesicht wahren könne. Der IG-Metall-Vorstand hatte sich am Sonntag mit einer Schlichtung im Südwesten einverstanden erklärt, dafür aber die Frist bis Mittwoch gesetzt. Ist bis dahin kein Kompromiß gefunden, soll am kommenden Montag in Baden-Württemberg die Urabstimmung als erste Etappe zum Arbeitskampf anlaufen.

Die Arbeitgeber bieten bisher 2,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie eine ertragsabhängige Einmalzahlung von 0,5 Prozent des Jahreseinkommens. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.