Salzgitter AG Interesse aus London

Ein dritter Mitspieler hat am Tisch Platz genommen: Der britische Stahlkonzern British Steel verfolgt die Verhandlungen zwischen den Niedersachsen und Arbed "mit Interesse".

Salzgitter - Bei der geplanten Fusion der Salzgitter AG mit der luxemburgischen Arbed-Gruppe ist nun ein drittes Unternehmen ins Spiel gekommen. Zwar bezeichnete British-Steel-Sprecher Mike Hitchcock einen Bericht der Zeitung "The Times" am Montag als zu weitgehend, wonach der Konzern in Kürze über ein eigenes Übernahmeangebot für den deutschen Stahlproduzenten entscheidet. Er sagte aber: "Es ist interessant für uns, daß ein ziemlich großer Teil des Unternehmens nun zur Verfügung steht." British Steel habe vor mehr als einem Jahr vergeblich versucht, sich bei Salzgitter einzukaufen. "Und jetzt sind sie wieder auf dem Markt", sagte Hitchcock.

Unterdessen werden am Dienstag rund 5000 Stahlarbeiter zu einer Betriebsversammlung in Salzgitter erwartet. Betriebsrat und Belegschaft fürchten durch den Zusammenschluß mit Europas zweitgrößtem Stahlkonzern um den Erhalt der drei Standorte Salzgitter, Peine und Ilsenburg mit zusammen rund 12.500 Mitarbeitern. Außerdem will der Betriebsrat die Sicherung der Montanmitbestimmung sowie den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zugesichert bekommen.

Bisher ist jedoch unklar, wie hoch der Einfluß von niedersächsischer Seite bei Arbed nach dem geplanten Aktientausch sein soll. Dem Betriebsrat war in der vorigen Woche mitgeteilt worden, daß ein niedersächsischer Anteil von 30 Prozent vorgesehen sei. Dann lägen die Anteile des Landes Niedersachsen und der Nord LB, die zusammen derzeit 68 Prozent der Salzgitter AG halten, über der Sperrminorität. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen die niedersächsischen Anteile jedoch deutlich unter 25 Prozent liegen.

Die Salzgitter AG war vor einem Jahr vom Land und der Nord LB vom Preussag-Konzern für gut eine Milliarde Mark übernommen worden. Damit wurde der Verkauf an die österreichische Voest-Alpine verhindert. Im Juni wurde das Unternehmen durch den Börsengang teilprivatisiert.

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