Japan Plus in der Leistungsbilanz klettert auf Rekord

Weniger ausgeführt, aber noch weniger eingeführt. Auf diese Weise hat das Land der aufgehenden Sonne ein Rekordplus in seiner Leistungsbilanz erwirtschaftet.

Tokio - Der Überschuß in der japanischen Leistungsbilanz ist im vergangenen Jahr auf einen Rekordstand von 15,9 Billionen Yen (222 Milliarden Mark) gestiegen. Das ist ein Zuwachs von 38,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Finanzministerium in Tokio am Montag mitteilte. Die Importe seien deutlich stärker zurückgegangen als die Exporte, hieß es zur Begründung.

Der bisherige Rekordüberschuß in der japanischen Leistungsbilanz war 1993 mit 14,7 Billionen Yen erzielt worden. Im vergangenen Dezember erwirtschaftete Japan auf vorläufiger Basis einen Überschußzuwachs zum entsprechenden Vorjahresmonat von 13,3 Prozent auf 1,5 Billionen Yen.

Die Leistungsbilanz setzt sich aus dem Handel mit Waren und Dienstleistungen sowie den Einnahmen aus Investitionen und anderen Kapitaltransfers zusammen. Im Handel mit Waren und Dienstleistungen stieg der Überschuß im vergangenen Jahr um 66,3 Prozent auf 9,6 Billionen Yen. Bezogen allein auf den Handel mit Gütern zog der Überschuß um die Hälfte geringer um 29,9 Prozent auf rund 16 Billionen Yen an. Dabei schrumpften die Importe um deutliche 11,7 Prozent auf rund 32,9 Billionen Yen, während sich die Ausfuhren lediglich um 1,3 Prozent auf 48,9 Milliarden Yen verringerten.

Die Zahl der Firmenpleiten in Japan ist unterdessen nach Angaben von Wirtschaftsauskunfteien im Januar den dritten Monat in Folge zurückgegangen. 976 Unternehmen sei im ersten Monat des neuen Jahres das Geld ausgegangen, teilte die Tokyo Shoko Research am Montag mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei dies ein Rückgang um ein Drittel. Allerdings sei dies eher das Ergebnis staatlicher Beihilfen für kleinere Betriebe als Folge einer konjunkturellen Erholung. Die Regierung in Tokio hatte im vergangenen Oktober ein 20-Billionen-Yen-Programm (rund 300 Milliarden Mark) ins Leben gerufen, um kleineren Firmen Kreditgarantien zu geben.

Die Auskunftei Teikoku Databank erklärte, der Rückgang der Firmenpleiten dürfte nur von vorübergehender Dauer sein. Die Finanzierungsprobleme der Unternehmen dürften im Sommer zunehmen. Denn die Banken seien bestrebt, sich vor dem Bilanzstichtag Ende September von Problemkunden zu trennen.

Nach Angaben von Tokyo Shoko erreichte die Schuldensumme der zusammengebrochenen Firmen mit rund 766 Milliarden Yen einen Höchstwert für Januar. Die Pleitezahl sei in acht von neun Wirtschaftszweigen gesunken. Ausnahme war die Finanzwirtschaft. Für das laufende Wirtschaftsjahr bis Ende März sagte die Auskunftei 17.200 Unternehmenspleiten voraus. Dies wären etwas weniger als die Insolvenzfälle im Vorjahresvergleich.

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