Medion Kontinentale Marktführerschaft angestrebt

Der Essener Produktvermarkter debütiert noch im Februar am Neuen Markt. Der Emissionsgewinn soll die Expansion ins europäische Ausland finanzieren.

Frankfurt - Das Unternehmen wolle möglichst schnell Europas führender Vermarkter für Multimedia, Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik werden, sagte Finanzvorstand Christian Eigen am Montag. Schon in einigen Wochen könnten Verträge mit Handelspartnern in Frankreich und Großbritannien geschlossen werden. Die Medion-Aktien werden seit diesem Montag bis zum 24. Februar in einer Preisspanne von 77 bis 85 Euro zur Zeichnung angeboten.

Der endgültige Ausgabepreis werde voraussichtlich am 25. Februar bekanntgegeben, während die Erstnotiz am Neuen Markt am 26. Februar vorgesehen sei. Medion biete großen Einzelhandelsunternehmen wie Aldi oder Eduscho/Tschibo alle Schritte in der Vermarktung aus einer Hand an, sagte Jürgen Bilstein, Bereichsvorstand der bei der Emission federführenden Deutschen Bank. In den kapitalintensiven und risikoreichen Bereichen Produktion und Vertrieb sei das Unternehmen nicht tätig.

Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 1997/98 (zum 30. Juni) nach eigenen Angaben rund 95 Prozent des Gesamtumsatzes von mehr als einer Milliarden Mark mit fünf Kunden, wobei auf den größten Abnehmer allein ein Umsatzanteil von mehr als 70 Prozent entfiel. Medion-Vorstandschef Gerd Brachmann sagte, die Discount-Ketten würden für Medion als Vertriebskanal weiter an Bedeutung gewinnen. Die Aktionäre könnten bereits für das laufende Geschäftsjahr 1998/99 mit einer Dividende rechnen.

Die Analysten der Deutschen Bank Research erwarten für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende von rund 1,30 Euro je Aktie sowie 1,53 beziehungsweise 1,79 Euro je Aktie in den beiden Folgejahren. Diese Dividendenaussicht nannte Finanzvorstand Christian Eigen "realistisch". Nach dem Börsengangs strebe das Unternehmen eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12 Prozent bis 15 Prozent an. In den nächsten vier bis fünf Jahren sei keine Kapitalerhöhung geplant.

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