Aerospatiale Paris gibt grünes Licht für Fusion mit Matra

Nun ist es amtlich: Frankreich hat beschlossen, den Luft- und Raumfahrtkonzern Aerospatiale mehrheitlich zu privatisieren.

Paris - Die französische Regierung gab am Montag ihren Beschluß bekannt, die Kapitalmehrheit von Aerospatiale zu veräußern. Damit machte sie den Weg frei für die geplante Fusion von Aerospatiale mit der Lagardere-Rüstungstochter Matra. Zum Geschäft des neuen Konzerns gehören Airbus-Flugzeuge, Hubschrauber, Satelliten, Raketen für den militärischen Einsatz und Ariane-Trägerraketen.

Das neue Unternehmen, das mit einem Umsatz von 80 Milliarden Franc (rund 24 Milliarden Mark) Branchenführer in Frankreich wäre, soll bei der Neuordnung der europäischen Luftfahrt- und Rüstungsindustrie eine wichtige Rolle spielen. Die Unternehmen aus Europa wollen sich in dem Bereich zusammentun, um besser gegen die US-Konkurrenz bestehen zu können. Ein französischer Regierungsvertreter ließ erkennen, daß eine Einigung über die Fusionsbedingungen bis zum Ende der Woche erreicht werden könne.

Die Tageszeitung "Les Echos" berichtete, der Mischkonzern Lagardere werde für eine Drittelbeteiligung an dem neuen Luft- und Raumfahrtkonzern insgesamt zwei Milliarden Franc zahlen. Rund 20 Prozent der Anteile sollten Anlegern angeboten werden. Der Staat wolle schätzungsweise 48 Prozent der Anteile an Aerospatiale-Matra behalten. Dabei seien die Zahlungen der Lagardere-Gruppe an die Ergebnisse des neuen Konzerns gebunden. Lagardere und Aerospatiale wollten keine Stellungnahme abgeben.

Branchenfachleute hatten erwartet, daß Lagardere zwei bis drei Milliarden Franc für 30 oder mehr Prozent Anteil an dem neuen Konzern zahlt, um Wertunterschiede zwischen Aerospatiale und Matra auszugleichen. Der französische Staat hatte ein Fusionsabkommen bis Anfang 1999 angestrebt. Allerdings herrschten Meinungsverschiedenheiten über die Bewertung. Die Daimler-Chrysler Aerospace (Dasa) begrüßte die Teilprivatisierung des französischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Aerospatiale, forderte jedoch weitere Maßnahmen. Ein Dasa-Sprecher sagte am Montag, der Erlaß der französischen Regierung zur Teilprivatisierung sei ein Schritt in die richtige Richtung. Er sei jedoch noch nicht ausreichend. Wesentliche Voraussetzung für die Restrukturierung der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie sei eine vollständige Privatisierung des französischen Konzerns.

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