Donnerstag, 22. August 2019

Günter Ogger Warum die Sicherungssysteme versagen

7. Teil: Der Fall Sparkasse Mannheim

Der Fall Sparkasse Mannheim

Rund eine Milliarde Mark verschwanden im Laufe der Jahre bei diesem öffentlichrechtlichen Institut, das inzwischen, nach dem Zusammenschluss mit der Sparkasse Weinheim, als "Sparkasse Rhein-Neckar Nord" firmiert. Auch hier führten Kredite, die an Bauträger, oft unter seltsamen Umständen, vergeben wurden, zu hohen Verlusten.

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So erhielt der Baulöwe Rolf Ramsteiner für das Speyrer Hotel Binshof & Ressorts in mehreren Raten Kredite von mehr als 110 Millionen Mark, die zum Teil über Strohmänner vergeben wurden, weil der Kreditausschuss Einwände gegen eine weitere Finanzierung des unrentablen Projekts erhoben hatte.

Am Ende musste die großzügig finanzierte Immobilie zwangsversteigert werden, für bescheidene 16,8 Millionen Mark. Der Prozess gegen die Pleitebanker aber endete mit drei Freisprüchen und nur einer Verurteilung. Der ehemalige Kreditvorstand Fridolin Hörner musste den Kopf hinhalten für die verlustreichen Geschäfte der Sparkasse, doch auch er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Richter Joachim Plass großzügig: "Die Kammer hat bei allen Angeklagten keine ausreichenden Indizien für eine billigende Inkaufnahme von großen Risiken erkennen können." Schöner kann man das Verschwinden von einer runden Milliarde kaum entschuldigen.

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