Samstag, 24. August 2019

Günter Ogger Warum die Sicherungssysteme versagen

3. Teil: Der Fall Bayerische Landesbank

Der Fall Bayerische Landesbank

Großzügig ging auch das halbstaatliche Institut, dessen Kreditausschuss zur Hälfte aus Ministern und Staatssekretären besteht, mit dem Geld der Steuerzahler um.

Geld von der Bayern-Bank Leo Kirch
Erst mussten die Landesbanker ihren Expansionsdrang nach Südostasien mit einem Verlust von 400 Millionen Euro bezahlen, der entstanden war, weil ein paar Angestellte in der Filiale Singapur gemeinsame Sache mit Kreditbetrügern machten, dann retteten sie auf Geheiß von Landesvater Edmund Stoiber die mit 270 Millionen Euro überschuldete Wohnungsgesellschaft LWS vor dem Bankrott, und schließlich warfen sie dem längst hoch überschuldeten Medienmogul Leo Kirch zwei Milliarden Euro Kredite in den Rachen und ließen sich dafür mit höchst dürftigen Sicherheiten abspeisen.

Da fielen die 80 Millionen, die sie beim Kauf der kroatischen Rijeka-Bank in den Sand setzten, kaum mehr ins Gewicht. Niemand wurde bis heute für die beispiellose Geldvernichtung zur Verantwortung gezogen, auch wenn die Staatsanwälte bereits das Büro des Bankchefs Alfred Lehner durchsuchen durften.

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