Opel Restrukturierung macht Fortschritte

Die angeschlagene GM-Tochter will in diesem Jahr wieder die Gewinnschwelle erreichen.

Detroit - Der Rüsselsheimer Autohersteller Opel hat nach Angaben seines Vorstandschefs den Verlust im Jahr 2002 deutlich reduziert und will weiterhin Ende 2003 wieder die Gewinnzone erreichen. Opel-Chef Carl-Peter Forster wollte am Dienstag am Rande der Autoschau in Detroit allerdings keine konkreten Zahlen nennen, da die Adam Opel AG in der kommenden Woche über den Geschäftsverlauf 2002 berichtet.

Das Opel-Management sei unter dem Strich jedoch zufrieden mit den erzielten Fortschritten bei der Restrukturierung des Konzerns, sagte er. Forster bekräftigte erneut, dass die Tochter von General Motors , die 2001 bei rückläufigem Umsatz einen operativen Verlust von 674 Millionen Euro verzeichnet hatte, Ende 2003 die Gewinnschwelle erreichen wolle.

Break-Even so früh wie möglich

"Dies ist sicherlich ein Ziel, das wir übertreffen wollen, aber um wie viel, das hängt vom Markt ab", sagte Forster weiter. Der Break-Even solle so früh wie möglich in diesem Jahr erreicht werden.

Opel befindet sich derzeit in der Restrukturierung. Mit einem Stellenabbau und der Einführung neuer Modelle soll das Unternehmen wieder profitabel werden.

Den anhaltenden Absatzrückgang bei Opel seit Jahresbeginn begründete Forster unter anderem mit einem Vertrauensverlust bei Opel zu Anfang des Jahres und einem schwachen Geschäft mit dem alten Vectra-Modell vor der Einführung des neuen Nachfolgers.

Im Volumengeschäft erwarte er einen Preisrückgang von null bis zu einem Prozent in diesem Jahr. Dabei dürfte der Absatz aller europäischen Autohersteller stagnieren. Das Unternehmen arbeite derzeit zwar an einer Reihe von Studien für Nischensegmente, müsse aber auch realistisch vorgehen, was die Finanzierung angehe, sagte Forster. Man fokussiere sich daher eher auf Produkte wie den neuen Minivan Meriva, der wieder für steigende Absätze im Massengeschäft sorgen solle.

Komponenten sollen geteilt werden

Forster sagte weiter, die derzeitigen Probleme beim Joint-Venture-Partner Fiat beeinflussten nicht das Geschäft bei Opel. Opel und Fiat arbeiten in zwei Gemeinschaftsunternehmen für den Antriebsstrang ("Powertrain") und im Einkauf zusammen.

"Diese Joint Ventures, vor allem beim Powertrain, sind sehr wichtig für uns... Wir glauben, dass sie auch weiter existieren werden, da sie von beidseitigem Interesse sind". Man könne die bestehende Zusammenarbeit sogar noch weiter ausbauen, sagte er. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten sich Opel und Fiat die Komponenten für ihre Modelle Astra beziehungsweise Stilo teilen.

Bleibt Fiat in italienischen Händen?

Der krisengeschüttelte italienische Autohersteller Fiat hat ab Mitte 2004 das Recht, 80 Prozent an Fiat-Auto an General Motors , der Opel-Muttergesellschaft, abzugeben. Analysten zufolge könnte ein solcher Schritt die Restrukturierung Opels gefährden. In der Branche geht man aber auch davon aus, dass es Fiat gelingen könnte, den Autokonzern in italienischen Händen zu belassen.

GM-Chef Rick Wagoner hatte am Montag gesagt, der Konzern unterstütze die Turn-around-Pläne von Fiat. Zugleich teilte GM mit, trotz wachsender Verluste bei der schwedischen Marke Saab in Europa in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreichen zu wollen.

Autoindustrie 2003: Vor dem Härtetest

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