Digital TV Allianz ohne Kirch und Telekom gegründet

Außer Anlaufverlusten in Milliardenhöhe hat des neue Medium bisher kaum etwas gebracht. Ein neues Bündnis will das nun ändern.

München - Die Allianz unter dem Namen "Free Universe Network" (FUN) hat sich am Freitag mit 18 Mitgliedern gegründet. Mit dabei ist als einziger großer TV-Sender die ARD sowie Multimediafirmen und Endgeräte-Hersteller.

Das Bündnis wolle einen ungehinderten Zugang zum Digital-TV für alle Marktteilnehmer gewährleisten, sagte der Initiator und Münchner Medienberater Lutz Mahnke. Für einen fairen Wettbewerb sei die Öffnung aller wichtigen Vertriebswege nötig. Dies gelte insbesondere für die Kabelnetze der deutschen Telekom.

Die Telekom zählt ebensowenig zum Bündnis wie die Münchner Kirch-Gruppe, die bisher im digitalen Fernsehen in Deutschland eine zentrale Rolle spielt. Kirch hatte erst vor kurzem die Öffnung seiner digitalen Decoder-Technik für Angebote anderer Anbieter bekanntgegeben. Kritiker in der Branche bemängelten mehrfach, Kirchs Technik sei nicht für jeden Anbieter ohne Einschränkung nutzbar.

Kernstück der neuen Allianz sei die "Definition einer universellen technischen Plattform", sagte Mahnke. So sollten frei empfangbare und kostenpflichtige Programme nutzbar werden. Ziel sei es auch, Verbrauchern, Unternehmen und dem Handel Investitionssicherheit zu geben.

Statt der Digital-Decoder der Kirch-Gruppe favorisiert FUN andere Entschlüsselungs-Boxen. So gebe es in den deutschen Haushalten bereits rund 10.000 Decoder vom Galaxis-Typ. Bis Ende des Jahres sollen es bis zu 70.000 Stück sein, sagte Galaxis-Technikdirektor Frank Fischer, der mit seiner Firma im neuen Bündnis vertreten ist.

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