Degussa Investitionen werden gedrosselt

Der Konzernumbau ist nahezu abgeschlossen. Jetzt soll die Rentabilität gesteigert werden.

Düsseldorf - Der weltgrößte Spezialchemiekonzern Degussa  drosselt seine Investitionen. Von dem bereits um 14 Prozent auf 950 Millionen Euro gekürzten Investitionsbudget für 2003 seien zunächst nur 90 Prozent frei gegeben worden, teilte die Degussa AG am Montag in Düsseldorf mit.

Als Grund wurde das konjunkturelle Umfeld genannt. Nach dem Ablauf des ersten Quartals 2003 werde der Degussa-Vorstand entscheiden, ob die übrigen zehn Prozent der Summe ausgegeben werden. In diesem Jahr investierte der Düsseldorfer Konzern eine Milliarde Euro.

Großes Geschäftspotenzial sehe Degussa in China, dem "Zugpferd der chemischen Industrie in Asien". Der Konzern bündele seine Aktivitäten in China unter dem Dach einer Holding, die am 20. Januar offiziell starten werde. In China erwirtschaftete Degussa im Jahr 2001 mit 800 Beschäftigten einen Umsatz von umgerechnet rund 210 Millionen Euro.

Knapp zwei Jahre nach der Verschmelzung der Degussa-Hüls und SKW Trostberg zur Degussa sei der Konzernumbau jetzt so gut wie abgeschlossen, sagte Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht. Inzwischen seien 90 Prozent der einst 6,5 Milliarden Euro Umsatz ausmachenden Randaktivitäten verkauft worden. Der bislang erzielte Netto-Erlös von 3,4 Milliarden Euro übertreffe schon die eigenen Erwartungen von drei Milliarden Euro.

In den nächsten Jahren liege der Schwerpunkt des Konzerns auf der Steigerung der Rentabilität. Degussa will in den Jahren 2003 und 2004 weltweit noch rund 1200 Arbeitsplätze abbauen. In den Jahren 2001 und 2002 seien entsprechend der Planung weltweit schon insgesamt 2800 Arbeitsplätze gestrichen worden. Bis Ende 2004 soll dann das Abbauziel von weltweit insgesamt 4000 Arbeitsplätzen erreicht werden.