Analytik Jena Erstmals Verluste geschrieben

Das Unternehmen hat die Prognosen verfehlt. Der Ausblick für das laufende Jahr fällt aus.

Jena - Trotz eines Umsatzsprungs sowie eines Rekord-Auftragsbestands hat der Messtechnik-Hersteller Analytik Jena  im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals Verluste geschrieben und eigene Erwartungen deutlich verfehlt. Das am Neuen Markt notierte Unternehmen begründete dies am Montag mit "erheblichen Zukunftsinvestitionen und einmaligen Sondereffekten". Hierzu gehöre unter anderem die abgeschlossene Umstrukturierung des vormaligen Bereiches "lab solutions".

Im laufenden Geschäftsjahr peilt die Analytik Jena AG ein Umsatzwachstum von 25 Prozent an. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr (30. September) war es noch ein Plus von 54 Prozent auf 64,3 Millionen Euro gewesen. Der Fehlbetrag 2001/02 belaufe sich auf 0,88 Millionen Euro. Im November hatten die Jenaer ihre 2001/02-Prognose gekappt. Statt zuvor 1,7 Millionen Euro hatten sie damals ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt.

Für das laufende Geschäftsjahr wagt Analytik Jena wegen eingeleiteter Schritte zur Margenverbesserung und der schwierigen konjunkturellen Situation vorerst keine Ergebnisprognose. "Auf Basis des Auftragsbestandes von 93,7 Millionen Euro wird eine Steigerung des Konzernumsatzes auf ca. 80 Millionen Euro erwartet", hieß es lediglich.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr legte das Bruttoergebnis um 72 Prozent auf 18,3 Millionen Euro zu, wie die Gesellschaft mitteilte. Die Bruttomarge verbesserte sich um 2,9 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent. Der Forschungsaufwand wurde im Geschäftsjahr mit 3,9 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Höhere Verwaltungskosten, liquide Mittel geschrumpft

Analytik Jena gab 2001/02 auch deutlich mehr für die Verwaltung und des Ausbau des internationalen Geschäfts aus. Die liquiden Mittel verringerten sich hauptsächlich wegen des Erwerbs von Beteiligungen um 24 Prozent auf 4,8 Millionen Euro.

Die Verwaltungskosten schnellten auf Grund des Ausbaus des Beteiligungsportfolios um 172 Prozent auf 4,4 Millionen Euro hoch, wie es in der Pflichtmitteilung hieß. In den Ausbau des internationalen Geschäfts steckte die Gesellschaft Vertriebsaufwendungen in Höhe von 9,6 Millionen Euro und damit 63 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Export kletterte um 168 Prozent auf 18,8 Millionen Euro, die Exportquote auf 29 Prozent (17 Prozent).