Telefonstudie Frauen sind die größten Quasselstrippen

Eine Untersuchung zum Telefonverhalten hat alle Vorurteile bestätigt: Frauen kleben am längsten am Hörer und lümmeln sich dabei am liebsten aufs Sofa.

Düsseldorf - In 62 Prozent der Haushalte führen Frauen die längsten Privattelefonate. Das hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der Telekommunikationsfirma Otelo ermittelte. Interessant für die Telefonanbieter dürfte auch die Aussage von 34 Prozent der Frauen sein: Bei niedrigeren Tarifen würden sie noch mehr telefonieren. Die Männer sind als potentielle Kunden nicht ganz so interessant. Nur ein Viertel würde bei sinkenden Tarifen häufiger zum Hörer greifen.

1000 Personen wurden für die am Freitag veröffentlichte Umfrage befragt. Die meisten Befragten (50 Prozent) zählen sich zum Typ des "Rationalen": Für sie ist das Telefon Mittel zum Zweck und nicht das Kommunikationsmittel für einen längeren Plausch. Befragt nach dem Grund des letzten Gesprächs, steht bei den Befragten der Informationsaustausch mit 59 Prozent eindeutig vorn.

Aber auch aus romantischen Motiven telefoniert der moderne Mensch sehr gern: Statt flammende Liebesbriefe zu schreiben, wird eher zum Hörer gegriffen. Ein Viertel der Deutschen telefoniert laut Emnid täglich mit dem Partner. Für Telefonate mit ihren Liebsten haben die Deutschen zudem unterschiedliche Lieblingsplätze: Für jeden Dritten ist es das Sofa, besonders Frauen (42 Prozent) bevorzugen das Polstermöbel. Sechs Prozent der Befragten plaudern gern vom Bett aus, übrigens um so lieber, je weiter entfernt der Partner wohnt. Zwei Prozent der Deutschen sprechen mit ihrem Partner am liebsten, wenn sie in der Badewanne liegen.

Besonders prickelnd geht es in deutschen Telefonleitungen der Studie zufolge allerdings nicht zu: Nur acht Prozent der Befragten finden erotische Telefonate aufregend, 13 Prozent halten sie sogar für unanständig. Auch die deutschen Männer können noch manches lernen: 52 Prozent haben überhaupt keinen Sinn für erotische Gespräche, bei den Frauen sagen dies nur 41 Prozent. Zu pulsieren scheint das verbale Liebesleben der Deutschen nur in der neuen Hauptstadt: 23 Prozent der Berliner sagen, daß sie erotische Gespräche aufregend finden, 44 Prozent finden sie zumindest für Verliebte toll.

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