Rheinmetall Rekordergebnis für 1998

Das Unternehmen hat nach dem Quantensprung 1997 seine Rekordfahrt im vergangenen Jahr fortgesetzt. Fast 70 Prozent seines Umsatzes macht der Rüstungskonzern inzwischen mit zivilen Geschäften.

München - Der Umsatz wuchs um 23 Prozent auf 8,1 Milliarden Mark. Der Jahresüberschuß kletterte nach vorläufigen Zahlen um 40 Prozent auf rund 250 Millionen Mark einschließlich Sondererträgen. Das berichtete der langjährige Vorstandsvorsitzende der Rheinmetall AG, Hans U. Brauner, am Donnerstag abend in München.

Für Anfang 2000 hat sich der Konzern ein Umsatzwachstum auch durch Firmenkäufe auf rund elf Milliarden Mark vorgenommen. Dazu soll vor allem die wachstumsstarke Automobiltechnik-Sparte (Kolbenschmidt Pierburg) mit dann fünf Milliarden Mark beitragen. Aber auch die Industrieelektronik (Rheinmetall Elektronik), der Maschinenbau (Jagenberg-Gruppe) und der Rüstungsbereich mit der ehemaligen Bremer Vulkan-Tochter STN Atlas Elektronik sollen ihren Beitrag liefern.

Im laufenden Jahr ist ein Anstieg des Konzernumsatzes auf neun Milliarden Mark geplant, wobei die Zahl der Beschäftigten bei 31.000 Mitarbeitern stabil gehalten werden soll. 1998 wuchs Rheinmetall vor allem intern, nachdem der Schub 1997 durch Unternehmenskäufe ausgelöst worden war.

Brauner visiert für 1999 die weitere Übernahme von Firmen mit insgesamt rund einer Milliarde Umsatz an. Der 64jährige Vorstandschef genießt nach seinen Worten dabei das volle Vertrauen des Rheinmetall-Mehrheitsaktionärs, der Röchling'schen Familiengemeinschaft, die erst kürzlich seinen Vertrag bis 2004 verlängerte.

Für Jagenberg mit gut einer Milliarde Mark Jahresumsatz habe sich Rheinmetall das Ziel gesetzt, "die Gruppe mit einem Großen der Papiertechnik zu verbinden", erklärte Brauner. Dabei sei ein Gemeinschaftsunternehmen vorstellbar, beispielsweise mit den Finnen oder Voith-Sulzer.

Seit Anfang der 90er Jahre habe sich Rheinmetall mit enormem Tempo an die gesunkenen Verteidigungsetats angepaßt, sagte Brauner. Inzwischen trage das zivile Geschäft etwa 80 Prozent zum Gesamtertrag bei.

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