Dasa Neues Joint-venture für Patriot-Raketen

Das Luft- und Raumfahrtunternehmen hat mit dem US- Rüstungskonzern Lockheed Martin eine Gemeinschaftsfirma gegründet. Vorstand Wolfgang Piller rückt in den Dasa-Aufsichtsrat auf.

München - Die neue Gesellschaft für Luftverteidigungssysteme bmH sei auf die neue Patriot-Rakete des Typs PAC-3 spezialisiert, die Lockheed Martin baue. Das teilte die Daimler-Chrysler Aerospace AG (Dasa) am Donnerstag mit. Das Joint-venture mit Sitz in Unterschleißheim bei München sei unter anderem für die Fertigung von Flugkörperbauteilen, für die Endintegration, für Tests und Logistik in Deutschland geplant. Den möglichen Umsatz des Gemeinschaftsunternehmens mit der Lockheed Martin Vought Systems benannte die Dasa noch nicht nennen, da noch keine Aufträge erteilt worden seien.

Die Dasa hatte nach der Fusion der British Aerospace (BAe) mit GEC Marconi zum größten europäischen Rüstungskonzern betont, weiter selbst eine Neuordnung der europäischen Luftfahrtindustrie anzustreben. Der Konzern wollte jedoch auch ein Zusammengehen mit einem US-Unternehmen nicht ausschließen. 1998 erreichte die Daimler-Chrysler-Tochter einen Rekordumsatz von 17,2 Milliarden Mark. Das waren zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Das für Außenbeziehungen zuständige Dasa-Vorstandsmitglied Wolfgang Piller gibt sein Amt ab. Der 53jährige wird wie intern schon länger geplant in den Aufsichtsrat des größten deutschen Luft- und Raumfahrtkonzerns wechseln. Das teilte das Unternehmen am Freitag im Anschluß an eine Aufsichtsratssitzung mit.

Piller war bei der Dasa 1995 zunächst als Finanzchef in den Vorstand aufgerückt. Sein Vorgänger Manfred Bischoff trat damals die Nachfolge von Jürgen Schrempp an der Dasa-Spitze an. Seit Mitte 1998 ist Piller auch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

Vor seiner Dasa-Karriere leitete der promovierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler ab 1979 zunächst das Büro des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Joseph Strauß, später die Staatskanzlei und schließlich das Finanzministerium als Amtschef.

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