BMW Pläne für Kleinwagen

Der neue Vorstandschef Joachim Milberg treibt die Entwicklung eines Kleinwagens im Konzern kräftig voran.

München - Die letzten Entscheidungen über die Marke - BMW oder Rover - und den Produktionsstandort des Modells seien aber noch nicht gefallen, sagte ein BMW-Sprecher am Donnerstag in München. Der Konzern halte zudem daran fest, mit der verlustreichen britischen Tochter Rover bereits im nächsten Jahr in die Gewinnzone zu fahren.

BMW werde sich auch nicht von Teilen der Rover-Gruppe trennen, betonte der Sprecher. "Das ist nicht in der Überlegung." Unter anderem der zurückgetretene BMW-Entwicklungschef Wolfgang Reitzle soll mehrfach gefordert haben, die Hauptmarke Rover abzustoßen und nur die erfolgreicheren Spartenmarken Mini und Land Rover der Gruppe zu behalten.

Der Autohersteller werde statt dessen die geplante weit stärkere Integration von Rover in den BMW-Konzern umsetzen, bestätigte der Sprecher entsprechende Aussagen des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Manfred Schoch in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Die Rover-Gruppe wird enger eingebunden." Vertrieb, Verwaltung, Teilelager und Service sollen unter ein Dach kommen. "Wir wollen Prozesse optimieren und Kosten sparen", sagte der Sprecher. Details werde der Konzern zu gegebener Zeit bekanntgeben.

Der neue Mittelklassewagen Rover 75 werde als Nachfolger der Modelle 600/800 planmäßig im laufenden Halbjahr auf den Markt kommen. "Es gibt keine Verzögerungen." Die Entscheidung über Nachfolger der Reihen Rover 200 und 400 sei noch offen, sagte der Sprecher. Im Konzern wird intern allerdings davon ausgegangen, daß es einen neuen Rover-Kleinwagen geben soll.

Die Verluste bei Rover sollen nach unbestätigten Presseberichten allein im vergangenen Jahr rund 1,8 Milliarden Mark betragen haben. Mit der britischen Regierung führe BMW weiter intensive Gespräche über mögliche Beihilfen für Rover, sagte der Sprecher.

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