Philips Deutsche Tochter überholt die Mutter

Der deutsche Ableger des Elektromultis hat seinen Ertrag 1998 deutlich verbessert. Beim Gesamtkonzern brach der Gewinn dagegen um mehr als die Hälfte ein.

Hamburg/Amsterdam - Die Deutsche Philips GmbH hat 1998 einen Gewinn nach Steuern von 488 Millionen Mark erzielt (Vorjahr: 548 Millionen Mark). Bereinigt um außergewöhnliche Einflüsse habe sich das Ergebnis von 384 auf 460 Millionen Mark verbessert, berichtete das Unternehmen am Freitag. Der Umsatz lag unverändert bei 8,8 Milliarden Mark. Für das laufende Jahr rechnet die deutsche Philips-Tochter mit steigenden Erlösen und einem positiven Ergebnis. "Wir betrachten die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung allerdings mit Sorge", heißt es allerdings in einer Mitteilung vom Freitag. "Es wird darauf ankommen, gegenüber einer starken Konkurrenz aus Fernost wettbewerbsfähig zu bleiben."

Die sorgenvolle Tonlage der deutschen Tochter paßt zu den schlechten Zahlen der niederländischen Mutter, die bereits am Donnerstag bekannt wurden. Demnach tritt der Elekromulti bei seiner Sanierung auf der Stelle: 1998 brach der Philips-Gewinn aus der normalen Geschäftstätigkeit um mehr als die Hälfte auf rund 1,2 Milliarden Gulden (rund eine Milliarde Mark) ein. Auch in der ersten Hälfte 1999 werde der Vergleich mit dem Vorjahr nicht erfreulich ausfallen, dämpfte Konzernchef Cor Boonstra in Amsterdam die Erwartungen der Aktionäre.

Der Elektrokonzern, der in unterschiedlichsten Geschäftsfeldern tätig ist und in einigen Bereichen den Weltmarkt anführt, war bereits Anfang der neunziger Jahre in die roten Zahlen geraten. Unter Konzernchef Jan Timmer hatte Philips ein hartes Sanierungsprogramm durchgeführt, das auch in Deutschland Tausende von Arbeitsplätzen gekostet hat. Die Bemühungen zeigten jedoch nur vorübergehende Erfolge, eine durchgreifende Gesundung des Konzerns gelang bislang nicht.

Für 1998 verdoppelte der Konzern seinen Gewinn zwar auf 10,7 Milliarden Gulden, dazu trug jedoch wesentlich der Verkauf des 75prozentigen Anteils an PolyGram bei. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf rund 67 Milliarden Gulden. Philips-Präsident Boonstra erklärte, daß das Ergebnis den Erwartungen entspreche. Die Verluste des Konzerns gingen vor allem auf das Mobiltelefondebakel in den USA mit Philips Consumer Communications (PCC) zurück, das Philips 1,84 Milliarden Gulden kostete.

In den Kernaktivitäten des Konzerns sei die Marktposition ausgebaut worden, sagte Philips-Chef Boonstra. Das Unternehmen sei mit seiner Umstrukturierung "voll im Plan". Die Zahl der Fabriken ist weltweit von 269 auf nun 226 zurückgegangen. Geplant ist eine Verringerung auf 160 bis 170 Produktionsstätten. Der Konzern beschäftigt 233.700 Mitarbeiter in 60 Ländern.

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