Brasilien Eurobond-Zahlungen sichergestellt

Die Zentralregierung hilft dem Bundesstaat Minas Gerais nun doch bei der Begleichung seiner Auslandschulden.

São Paulo - Die Regierung in Brasilia hat am Mittwoch angekündigt, dem in Finanznöte geratenen Bundesstaat einen zusätzlichen Kreditrahmen von 300 Millionen Real (272 Millionen Mark) zu gewähren. Damit solle Minas Gerais die am Mittwoch fälligen Verpflichtungen aus Eurobond-Anleihen begleichen können. Ein Zahlungsverzug hätte der Kreditwürdigkeit des ganzen Landes geschadet, begründete die Zentralregierung ihren Sinneswandel.

Der Gouverneur von Minas Gerais und frühere brasilianische Präsident, Itamar Franco, hatte im Januar erklärt, die Schuldenzahlungen an die Bundesregierung 90 Tage nicht zu leisten und damit die gegenwärtige Finanzkrise ausgelöst. Brasilien sah sich zur Freigabe seiner Landeswährung veranlaßt, die seither rund 40 Prozent an Wert verloren hat.

Fachleute erklärten, die Finanzhilfe Brasiliens an Minas Gerais könnte signalisieren, daß auch andere Bundesstaaten Zugeständnisse von der Bundesregierung erhalten könnten. Außerdem enthülle es die schlechte Finanzkraft der Bundesstaaten. Und dies seien schlechte Nachrichten für die Märkte. Gleichwohl gehen die meisten Volkswirte davon aus, daß Brasilien anders als Rußland im vergangenen Jahr bei der Bedienung seiner Schulden nicht in Zahlungsverzug gerät.

Die brasilianische Notenbank kündigte für Donnerstag an, die Zahlen zum Staatsdefizit des vergangenen Jahres zu veröffentlichen. Bislang liegen nur Daten für die ersten zehn Monate 1998 vor. In diesem Zeitraum betrug das Haushaltsdefizit 56,25 Milliarden Real. Nach den Kreditvereinbarungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) liegt das Defizitziel für 1998 bei 72,88 Milliarden Real. Finanzminister Pedro Malan hat mehrfach erklärt, daß diese Grenze eingehalten werde.

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