Salzgitter AG Luxemburg-Connection

Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern steht ein Jahr nach der Trennung vom Preussag-Konzern unmittelbar vor einer engen Verbindung mit der luxemburgischen Arbed- Gruppe.

Hannover - Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wollen das Land Niedersachsen und die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) als größte Anteilseigner ihre Aktien weitgehend an Arbed abtreten. Ziel sei dabei ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem sich Land und Nord/LB aber im Wege eines Aktientausches beteiligen wollen. Die Arbed-Gruppe zählt zu den größten europäischen Stahlherstellern.

Die Verhandlungen seien bereits in zahlreichen Fragen so gut wie abgeschlossen, hieß es am Mittwoch aus dem Umfeld des niedersächsischen Landtages. Allerdings hänge eine endgültige Einigung wesentlich von der finanziellen Bewertung und dem sich daraus ergebenden Umtauschverhältnis der Aktien ab. Ministerpräsident Gerhard Glogowski wie auch Finanzminister Heinrich Aller (SPD) lehnten am Abend eine Stellungnahme ab.

Land und Nord/LB hatten mit der Übernahme der früheren Preussag Stahl AG den vom Preussag-Konzern geplanten Verkauf der Tochter an die österreichische Voest-Alpine Stahl AG in Linz verhindert. Das in Salzgitter AG umbenannte Unternehmen war dann im Juni 1998 an die Börse gebracht worden.

Die SPD-Landesregierung hatte bisher erklärt, sie wolle ihren Anteil vorerst nicht verkaufen, sich aber gleichzeitig für Sondierungsgespräche mit potentiellen Partnern für die Salzgitter AG stark gemacht. Neben den 25 Prozent des Landes hält die Nord/LB nach bislang veröffentlichten Angaben rund 43 Prozent, wovon aber 15 Prozent für Beteiligungsmodelle für Manager und Beschäftigte des Unternehmens vorgesehen sind. Somit stünden gut 50 Prozent der Salzgitter-Aktien für einen Aktientausch mit Arbed zur Verfügung. 32 Prozent der Aktien wurden über den Börsengang breit gestreut plaziert.

Land und Nord/LB hatten den Stahlkonzern vor einem Jahr für 1,06 Milliarden Mark von Preussag erworben. Die Salzgitter AG hat 1997/98 ihr Betriebsergebnis verdoppelt und wird die Dividende erhöhen. Bei einem Konzernumsatz von 6,2 (1996/97: 5,4) Milliarden Mark erreichte die Salzgitter AG ein Vorsteuerergebnis von 287 Millionen Mark. Mit 4,9 (4,6) Millionen Tonnen produzierte das Unternehmen die höchste Rohstahlmenge seit 23 Jahren.

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