Börse Die Bären geben den Ton an

Der Dax ist am Mittwoch weiter deutlich abgerutscht. Die Aktien reagierten in Deutschland und Europa unter anderem auf wachsende Befürchtungen vor einer Erhöhung der Leitzinsen in den USA.

Frankfurt/Main - Der Deutsche Aktienindex Dax fiel im Frankfurter Präsenzgeschäft um 2,19 Prozent auf 4796,82 Punkte. Damit hatte der Dax 107,53 Zähler verloren. Der Xetra-Dax schloß bei 4814,04 Punkten und damit nur 36,63 Zähler tiefer. Der M-Dax, der die Entwicklung der 70 wichtigsten Nebenwerte widerspiegelt, rutschte um 56,33 auf 3775,40 Einheiten.

"Im Augenblick geben die Bären den Ton an. Egal, was passiert!" meinte ein Händler. Grund zum Pessimismus lieferten die schlechten Vorgaben der Wall-Street-Börse vom Dienstag, die sich verschärfende Lage in den Tarifverhandlungen der Metallindustrie und Verkaufsempfehlungen etlicher Banken.

Sowohl das Bankhaus Sal. Oppenheim als auch die DB Research hatten ihren Kunden empfohlen, Metro-Aktien zu meiden. Wer sie in seinem Bestand habe, solle sie zwar behalten, aber nicht zukaufen, riet Sal. Oppenheim, während die Deutsche-Bank-Tochter DB Research weiter ging und ihren Kunden vorschlug, Metro dosiert zu verkaufen. Dies war der Grund, warum Metro-Aktien trotz guter Bilanzzahlen für 1998 zunächst die höchsten Verluste hinnehmen mußten. Nach einem Tagestief von 61,80 Euro schlossen sie mit 63,90 Euro und damit 4,2 Prozent tiefer.

Am Ende waren Preussag Tagesverlierer. Ohne ersichtlichen Grund verbilligten sie sich um 6,52 Prozent auf 430 Euro. Kaum besser standen Telekom, Dresdner Bank, Münchner Rück, Karstadt und Degussa-Hüls da. Sie gaben um jeweils mehr als fünf Prozent nach.

Vergleichsweise gut schnitten erneut Aktien der Stromversorger ab. RWE wurden nur minimal um 0,51 Prozent auf 38,80 Euro zurückgenommen, während Veba mit 47,80 Euro genauso viel kosteten wie am Vortag und Viag sogar um 0,41 Prozent auf 485 Euro zulegten. Aktien der HypoVereinsbank erholten sich weiter und stiegen um 2,36 Prozent auf 56,30 Euro.

Öffentliche Anleihen verteuerten sich bis 0,52 Prozentpunkte. Die Bundesbank verkaufte Titel im Wert von 132,9 Millionen Euro. Die Umlaufrendite fiel auf 3,62 (3,65) Prozent. Der Rex stieg auf 118,75 (118,60) Punkte. D-Mark-Auslandsanleihen waren freundlich.

Der Euro erholte sich zunächst. Die Europäische Zentralbank stellte den Referenzkurs zum US-Dollar bei 1,1342 (1,1333) fest. Am späten Nachmittag bröckelte der Euro auf 1,1314 US-Dollar ab.

In London verteuerte sich die Unze Gold am Nachmittag um 1,10 auf 288,20 US-Dollar.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.