Beschäftigungs-Pakt Stihl droht mit Boykott

Die Forderungen der Metaller schmecken dem Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT) gar nicht. Der Verband nimmt den Tarifstreit zum Anlaß, um die Teilnahme am Bündis für Arbeit in Frage zu stellen.

Bonn - Es sei kaum vorstellbar, daß während eines laufenden Arbeitskampfes in der Metallindustrie eine weitere Runde der Bündnisgespräche stattfinde, sagte DIHT-Präsident Hans Peter Stihl am Mittwoch. Stihl warf der IG Metall vor, durch ihre Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn den Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die nächsten Bündnisgespräche sind am 25. Februar in Bonn geplant.

In der Metallindustrie stehen die Zeichen auf Streik, nachdem die Gespräche in Baden-Württemberg am Dienstag abgebrochen und weitere Verhandlungen von den Arbeitgebern abgesagt worden waren. Der IG-Metall-Vorstand will nun am Sonntag über die Einleitung von Urabstimmungen entscheiden. Nach Einschätzung der Gewerkschaft könnten die ersten Streiks dann ab 1. März beginnen.

Auch an der Bundsregierung übte Stihl heftige Kritik und forderte sie auf, die Steuerreform teilweise zu verschieben. Alle Änderungen im Bereich der Unternehmensbesteuerung sollten 1999 ausgesetzt werden. Für das Jahr 2000 müsse die Bundesregierung dann ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen. Das jetzige Reformpaket sei eine miserable Arbeit und unausgegoren. Bleibe es bei er derzeitigen Finanz- und Wirtschaftspolitik, erklärte Stihl weiter, werde die Arbeitslosigkeit bis zum Jahresende steigen und das Wirtschaftswachstum zwei Prozent nicht erreichen.

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