Siemens Protest gegen Konzernumbau

Mit einem bundesweiten Aktionstag haben einige tausend Beschäftigte gegen einen Stellenabbau beim geplanten Umbau des Konzerns protestiert.

München - Mehrere Dutzend Werke waren von den befristeten Arbeitsniederlegungen betroffen. Das teilte ein Sprecher der IG Metall in München mit. Ein Siemens-Sprecher nannte die Proteste nicht gerechtfertigt. Siemens lege wie die Gewerkschaft Wert auf eine sozialverträgliche Umstrukturierung.

Der größte deutsche Elektrokonzern mit weltweit mehr als 400.000 Beschäftigten will mehrere Konzernbereiche an die Börse bringen oder sich ganz von ihnen trennen. Betroffen sind Unternehmensteile mit einem Gesamtumsatz von 17 Milliarden Mark und rund 60.000 Mitarbeitern - so auch die Chipsparte. Gesamtbetriebsrat, Gewerkschaft und Konzernleitung sind derzeit in Gesprächen über die weitere Zukunft.

Die IG Metall fürchtet einen massiven Stellenabbau und sieht die Gefahr einer Tarifflucht in Einzelbereichen. Der Siemens-Sprecher konterte, in der Vergangenheit sei der Konzern auch ohne die Gewerkschaften in der Lage gewesen, mit dem Betriebsrat passende Konzepte zu finden. "Die maßgeschneiderte Lösung ist besser als die Einheitslösung." Auch Siemens wolle möglichst viele Arbeitsplätze erhalten. Dies sei aber nicht durch abstrakte Garantien zu erreichen.

Die Protest-Aktionen bei Siemens reihten sich ein in die Kette neuerlicher Warnstreiks in der deutschen Metallindustrie. Allein in Bayern waren Proteste in 17 Betrieben des Konzerns angesetzt. Den Auftakt machten nach Gewerkschaftsangaben am Morgen rund 1400 Beschäftigte in einem Siemens-Gerätewerk in Regensburg.

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