KarstadtQuelle Umsatzziel verfehlt

Die eigenen Prognosen wurden verfehlt. Mit neuen Partnern sollen die Umsätze angekurbelt werden.

Düsseldorf - Europas größter Einzelhandels- und Versandkonzern KarstadtQuelle  hat im dritten Quartal die Umsatztalfahrt beendet, aber eigene Prognosen verfehlt. Für das Gesamtjahr 2002 stellte die im MDax notierte KarstadtQuelle AG am Montag weiter einen Umsatzrückgang von drei Prozent in Aussicht. Das Ergebnis vor Steuern und Zuschreibungen (EBTA) werde auf 250 Millionen Euro sinken nach 382,3 Millionen vor einem Jahr.

Den Grund für diesen Gewinnrückgang sehen die Essener im schlechten Ergebnis der Tourismussparte Thomas Cook sowie in hohen Umstrukturierungskosten. Allein Zahlungen für Abfindungen und Altersteilzeit dürften in 2002 mit 94 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Im dritten Quartal habe sich der Umsatz um 0,3 Prozent auf 3,658 Milliarden Euro erhöht. Damit verfehlte das Unternehmen das selbst gesteckte Umsatzziel von plus 0,8 Prozent. Das Warenhausgeschäft habe sich zwar verglichen mit der ersten Jahreshälfte verbessert. Gegenüber dem Vorjahr schrumpfte der Warenhausumsatz nach den Angaben allerdings um 6,3 Prozent. Dagegen verzeichnete der Versandhandel einen Umsatzschub von 7,5 Prozent.

Auch beim Ergebnis meldete KarstadtQuelle einen Aufschwung. Nach hohen Verlusten im ersten Halbjahr erwirtschafteten die Essener wieder einen Vorsteuergewinn und lagen mit 54,1 Millionen Euro über dem Vorjahreswert von 50 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten stand vor dem Ergebnis ein Minuszeichen. Der Verlust weitete sich von 99 auf 293,4 Millionen Euro aus.

KarstadtQuelle will Teilkonzerne durch Partnerschaften stärken

Angesichts der Konsumflaute will KarstadtQuelle verschiedene Vertriebswege stärken und setzt dabei auf Partnerschaften. Mit der Spaltung des Geschäfts mit Warenhäusern und Fachgeschäften sowie im Versandhandel, Immobilien und Dienstleistungen in Teilkonzerne sei der Weg frei für Allianzen mit Partnern in den Bereichen bereitet worden.

Beim Warenhaushandel setzt KarstadtQuelle auf die Schaffung von "Erlebniswelten". Dies betreffe rund 80 Standorte. In der blühenden Versandsparte zielen die Essener darauf ab, das Geschäft im Auslands zu forcieren und den dortigen Umsatzanteil von derzeit 22 auf 30 Prozent zu steigern. Im Onlinegeschäft, wo Quelle der weltweit zweitgrößte Anbieter ist peilt das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren eine Verdopplung der Nachfrage an.

Der Verkauf über das Fernsehen soll eine größere Rolle einnehmen als bisher. Die Essener wollen ihren Anteil am deutschen TV-Commercemarkt auf 30 Prozent hochfahren. Dazu soll der Anteil am Verkaufssender Home Shopping Europe von derzeit 10,1 Prozent erhöht werden.

Auf Zusammenarbeit setzt KarstadtQuelle auch im Dienstleistungsbereich. Um die Tourismussparte Thomas Cook im vierten Quartal wieder in die Gewinnzone zu hieven, startete das Lufthansa-Gemeinschaftsunternehmen "Neckermann Urlaubswelt TV" mit der Tele München Gruppe. Auch im Immobiliengeschäft will Karstadt durch Partnerschaften zu neuer Stärke finden. Jüngst hatte Unternehmenschef Wolfgang Urban angekündigt, KarstadtQuelle werde frei werdende Flächen nicht verkaufen, sondern vermieten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.