Allianz Milliardenabschreibungen drohen

Der Konzern muss auf seine Aktienbestände in den kommenden Monaten wohl Milliarden abschreiben.

Berlin/München - Dem Versicherungskonzern Allianz  drohen nach Aussagen des Controlling-Vorstand Helmut Perlet Abschreibungen auf Wertpapiere in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro.

Die Allianz rechne in diesem Fall mit 500 bis 600 Millionen Euro im laufenden vierten Quartal, schreibt "Euro am Sonntag" und bezieht sich auf Helmut Perlet. Weitere 300 bis 400 Millionen Euro müssten möglicherweise im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschrieben werden.

Hinzu kommen nach Angaben der Zeitung noch weitere Abschreibungen in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro, falls die geplante Begrenzung der Verlustvorträge umgesetzt werden sollte.

Am Donnerstag hatte das Unternehmen für das dritte Quartal 2002 deutlich mehr Verlust ausgewiesen als von Analysten erwartet. Die Münchener legten das schlechteste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte vor. Dass auch das Gesamtgeschäftsjahr mit roten Zahlen abgeschlossen wird, wollte der Allfinanzkonzern nicht ausschließen. Es könne derzeit aber keine verlässliche Prognose gemacht werden, hieß es.

Allianz-Chefvolkswirt: Aktien zu niedrig bewertet

Im Hause der Allianz sieht man indes die amerikanischen und die europäischen Aktien als unterbewertet an. Chefvolkswirt der Allianz, Michael Heise, sagte der "Bild am Sonntag", Berechnungen der Allianz-Experten zufolge seien die Aktien derzeit in den USA um rund zehn Prozent und im Euro-Raum um rund 20 Prozent zu niedrig bewertet. Hoffnungsvoll stimme ihn hingegen die Entwicklung der Unternehmensgewinne in den USA, die nach Schätzung der Experten "schon in 2002 um knapp zehn Prozent gegenüber 2001 ansteigen" dürften.

Am Ende jedes größeren Kurseinbruches an den Aktienmärkten habe eine Unterbewertung gestanden, so Heise weiter. "Geht es den US-Firmen besser, erholt sich die Wallstreet in New York und damit auch die Börse in Frankfurt." Langfristig orientierte Anleger sollten daher nicht in Panik aussteigen.

Als von der Börse bereits "vorweggenommen" bezeichnete der Chefvolkswirt die Irak-Krise. Er sehe gewisse Anzeichen dafür, dass "die Kurse auch bei schlechten Nachrichten einigermaßen stabil bleiben", sagte Heise.

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