DaimlerChrysler Ertragsaussichten für 2003 bleiben unklar

Jürgen Schrempp gibt keinen Ausblick auf 2003, will aber über 2005 hinaus Vorstandschef bleiben.

Stuttgart - DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp will keine Ertragsprognosen für das Jahr 2003 abgeben. Dazu seien die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten zu groß, sagte Schrempp in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" (Sonnabendausgabe).

Im Februar 2001 war für 2003 noch von einem Operating Profit von 8,5 bis 9,5 Milliarden Euro ausgegangen worden. Diese Aussage wurde später revidiert. DaimlerChrysler erklärte, dieses Ertragsziel verschiebe sich auf einen späteren Zeitpunkt.

Schremp noch lange nicht amtsmüde

In dem Interview sagte Schrempp außerdem, dass er sich eine Amtszeit über seinen bis 2005 laufenden Vertrag hinaus gut vorstellen kann.

Einen Führungswechsel wie bei Volkswagen , wo Bernd Pischetsrieder (54) im April dieses Jahres Ferdinand Piech ablöste, oder bei BMW  - hier folgte im Mai Helmut Panke (55) auf Joachim Milberg - wünscht sich Schrempp (58) nicht. "Mir macht meine Arbeit einfach Freude", sagte er. Die Entscheidung treffe aber der Aufsichtsrat, so der Vorstandsvorsitzende, dessen Vertrag im September 2001 vorzeitig um zwei Jahre bis 2005 verlängert worden war.

Zu weiteren, im Jahr 2003 anstehenden Personalentscheidungen im Vorstand hielt sich Schrempp bedeckt.

Restrukturierung kommt schneller als geplant voran

Der DaimlerChrysler-Chef sieht den Konzern insgesamt gut aufgestellt. Er wies auf den weiteren Ausbau der Marktstellung vor allem in Asien hin und hob hervor, dass man bei der Restrukturierung für die Chrysler Group und der amerikanischen Nutzfahrzeugtochter Freightliner schneller als geplant vorangekommen sei. Ein Verkauf der Nutzfahrzeugsparte oder von Teilen dieses Geschäfts stehe nicht zur Diskussion. Schrempp zeigte sich davon überzeugt, dass das Geschäftsfeld aufgrund seiner weltweiten Marktstellung mittelfristig sehr gute Renditen erreichen werde.

Firmensitz Stuttgart steht nicht zur Disposition

Trotz der aktuellen Steuerdiskussion stünden der Firmensitz in Stuttgart oder die gegenwärtige Konzernstruktur nicht zur Disposition. Schrempp forderte aber Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, alles zur Sicherung und Verbesserung des Standortes Deutschland zu tun. Verzichtet werden müsse auch auf die Erhöhung der Besteuerung von Firmenwagen. Sie bringe nicht mehr Geld in die öffentlichen Kassen, belaste aber genau die Industrie, die zu den wenigen Konjunkturlokomotiven in Deutschland gehöre.

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