Metallindustrie Zeichen stehen auf Streik

Die deutsche Metallindustrie steht vor einem Arbeitskampf. Die IG Metall und die Arbeitgeber in Baden-Württemberg brachen ihre Verhandlungen ohne Ergebnis ab. Bundesweit sind keine neuen Verhandlungen angesetzt.

Leinfelden-Echterdingen - Im Tarifstreit der Metallindustrie haben die Arbeitgeber am Dienstag sämtliche in den kommenden Tagen vereinbarten Verhandlungen in allen Tarifbezirken abgesagt. Zuvor war die fünfte Metall-Tarifrunde im Südwesten abgebrochen worden.

Am Nachmittag war bei den Verhandlungen im baden-württembergischen Leinfelden-Echterdingen kurzfristig Hoffnung auf eine Annäherung aufgekommen, nachdem die Spitzen beider Tarifparteien nach Stuttgart angereist waren.

"Die angesetzten Verhandlungen in ganz Deutschland sind abgesagt", sagte ein Mitglied der zentralen Verhandlungskommission der Arbeitgeber. Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte, er sei zu 99 Prozent sicher, daß die Große Tarifkommission am Donnerstag die Urabstimmung beantragen werde. Dies wäre der nächste Schritt zu einem Streik in der Metall- und Elektroindustrie. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Klaus Fritsche, sagte: "Wir sind hinsichtlich des Volumens der Forderung derart auseinander, daß wir derzeit keine Chance für einen tragbaren vertretbaren Abschluß sehen".

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,5 Millionen Beschäftigten in der Metallindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten eine Erhöhung von 2,3 Prozent und eine ertragsorientierte Einmalzahlung von 0,5 Prozent des Jahresgehalts an.

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