Degussa Prognose leicht gesenkt

Der Chemiekonzern senkt die Gewinnerwartung, liebäugelt aber wieder mit dem Dax.

Düsseldorf - Der Spezialchemiekonzern Degussa hat seine Ergebniserwartung für das Gesamtjahr 2002 auf Grund der anhaltenden Konjunkturflaute leicht zurückgenommen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde im Kerngeschäft in etwa wieder auf Vorjahreshöhe von 979 Millionen Euro liegen, teilte Degussa mit.

Auch das Betriebsergebnis im Kerngeschäft sieht der Konzern 2002 nur noch auf Vorjahreshöhe von 494 Millionen Euro. Bisher war der Konzern bei beiden Kennziffern von einer leichten Steigerung ausgegangen.

Im dritten Quartal verbuchte Degussa einen Rückgang beim operativen Ergebnis (Ebit) im Kerngeschäft von acht Prozent auf 270 Millionen Euro. Der Vorjahreswert sei allerdings durch Sondereffekte begünstigt gewesen.

"Erwartungen bisher nicht erfüllt"

"Unsere Erwartungen einer konjunkturellen Belebung in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres haben sich bisher nicht erfüllt", hieß es. Angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen sei ein Ebit und Betriebsergebnis 2002 auf Vorjahreshöhe ein großer Erfolg, der die Ausrichtung auf die weniger konjunkturanfällige Spezialchemie bestätige.

Der Konzernüberschuss der fortgeführten Bereiche werde auf Grund von Sonderaufwendungen 2002 aber deutlich unter Vorjahr bleiben, bekräftigte der Konzern. Den Umsatz im Kerngeschäft sieht Degussa im Gesamtjahr weiter bei etwa elf Milliarden Euro und damit auf Vorjahresniveau.

Optimismus für viertes Quartal

Trotz des deutlich schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds erwartet Degussa im vierten Quartal beim Ebit im Kerngeschäft eine Steigerung zum Ergebnis vor Jahresfrist. Eine konjunkturelle Belebung werde voraussichtlich erst im kommenden Jahr einsetzen. Das Ausmaß der Belebung werde bescheidener als bisher eingeschätzt ausfallen, teilte Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht mit.

Das Betriebsergebnis ging im dritten Quartal den Angaben zufolge um sechs Prozent auf 188 Millionen Euro zurück. Der Konzernüberschuss legte in diesem Zeitraum um acht Prozent auf 67 Millionen Euro zu. Der Konzernumsatz sank um vier Prozent auf 2,972 Milliarden Euro. Im Kerngeschäft ging der Umsatz um ein Prozent auf 2,769 Milliarden Euro zurück.

Wiederaufstieg angestrebt

Degussa bekräftigte, mittelfristig wieder eine Aufnahme in den Deutschen Aktienindex (Dax) anzustreben. Vor dem Hintergrund der geplanten mehrheitlichen Übernahme der Degussa durch den Essener Technologiekonzern RAG und des dadurch deutlich auf rund sieben Prozent verringerten Streubesitzes musste die Aktie im September in den MDax für mittelgroße Werte wechseln.

Die RAG verfügt nach dem Übernahmeangebot von 38 Euro je Degussa-Aktie derzeit über einen Anteil von 46,48 Prozent. Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON hält einen Anteil in gleicher Höhe. In einem zweiten Schritt will die RAG ihre Beteiligung nun auf insgesamt 50,1 Prozent erhöhen. Der Vollzug des Übernahmeangebots hängt jedoch am geplanten Erwerb der Ruhrgas-Anteile der RAG durch den Energiekonzern E.ON ab.

Die ursprünglich für Ende dieses Jahres erwartete endgültige Entscheidung des Düsseldorfer Oberlandesgerichts über die Fusion der Energiekonzerne E.ON und Ruhrgas wird sich früheren Angaben zufolge allerdings voraussichtlich verzögern.