Einzelhandel Run auf Aldi und Co

Immer mehr Verbraucher kaufen ihre Lebensmittel in großen Märkten und bei Discountern wie Aldi. Im vergangenen Jahr mußten 2400 traditionelle Supermärkte schließen.

Nürnberg - Die klassischen Nahversorger um die Ecke erwirtschaften nur noch 25 Prozent des Branchenumsatzes. Das berichtete die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag. Die Käufer bevorzugten außerdem beim Einkauf preiswerte Handelsmarken und ließen Markenprodukte in den Regalen liegen. Der Umsatz des Lebensmitteleinzelhandels mit billigen Handelsmarken sei in den vergangenen drei Jahren von 14,3 Milliarden Mark auf 16,1 Milliarden Mark gestiegen (plus 13 Prozent).

Für den Verbraucher zahle sich der anhaltende Preiskampf aus, so die GfK. Schweinefleisch und Wurstwaren waren 1998 durch ein Überangebot sehr billig zu haben, so daß die Einnahmen des Handels um vier Prozent sanken. Das schlechte Wetter im Sommer habe auch den Verbrauch an Mineralwasser zurückgehen lassen. Ein Plus hatten dagegen Obst und Gemüse sowie Tiefkühlkost zu verbuchen. Insgesamt gaben die Käufer 1998 für ihre Lebensmittel zum privaten Verbrauch 1,5 Prozent mehr aus als im Vorjahr.

Der Umsatz des deutschen Lebensmitteleinzelhandels ist nach GfK-Angaben durch Preiskämpfe um 0,9 Prozent auf 229,8 Milliarden Mark gesunken. Damit habe der seit Jahren vorherrschende Abwärtstrend auch 1998 angehalten. Für 1999 erwarte der Lebensmitteleinzelhandel aufgrund steigender Einkommen und Massenkaufkraft ein Plus von zwei Prozent.

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