Mobilcom Großer Gewinnsprung

Die private Telefongesellschaft hat ihren Gewinn 1998 fast verzehnfacht. Im laufenden Jahr soll das Telefongeschäft noch deutlich wachsen. Im Internet will Mobilcom in Konkurrenz zu AOL und T-Online treten.

Hamburg - Die Telefongesellschaft Mobilcom will nach einem riesigen Gewinnsprung 1998 ihr Telefon- und Internetgeschäft weiter kräftig ausbauen. Bei Ferngesprächen im Festnetz will Mobilcom die "Preisführerschaft behalten" und ihre Produktionskosten für Telefongespräche jährlich um zehn bis 15 Prozent senken. Das kündigte der Vorstandschef der Mobilcom AG, Gerhard Schmid, am Dienstag in Hamburg an. Im Internet will Mobilcom einen eigenen Online-Dienst als Konkurrenz zu T-Online und AOL aufbauen.

Mobilcom hat 1998 den Umsatz auf 1,47 Milliarden Mark (1997: 376 Mio Mark) gesteigert. Der Gewinn stieg auf 250,5 (28,7) Millionen Mark an. Damit sei die Umsatzrendite innerhalb eines Jahres von 8,9 auf 17 Prozent gestiegen. Auch die Aktionäre sollen von dem Geschäftserfolg kräftig profitieren. Die Hälfte des Gewinns werde ausgeschüttet, mit der anderen Hälfte sei Mobilcom zur Übernahme weiterer Firmen gut gerüstet, sagte Schmid. Pro Aktie soll eine Dividende von fünf (2,50) Mark bezahlt werden. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich 1998 auf 991 (318).

Für 1999 wollte Mobilcom keine konkreten Umsatz- und Gewinnziele beziffern. "Wir werden unseren Weg fortsetzen", so Schmid. Der Vorstandschef verwies auf die Analysten von Banken, die Mobilcom Ende 1999 bei einem Gewinn pro Aktie von 16 bis 19 Mark sehen. Nach DVA lag der Gewinn pro Aktie bereits am 31. Dezember bei 10,06 (1,15) Mark. Etwa 64 Prozent des Umsatzes erzielte Mobilcom mit Mobilfunk, 36 Prozent im Festnetz und Internet.

1999 will Mobilcom jeweils 20 Millionen Mark in den Ausbau der Kapazitäten für Ferngespräche und Mobilfunk investieren. Im Mobilfunk will Mobilcom seinen Marktanteil von sieben bis acht Prozent verteidigen. 30 bis 40 Millionen Mark seien für den Einstieg in die Ortsgespräche geplant. Dabei werde sich Mobilcom auf den Ausbau der Netze in 26 Städten konzentrieren und sich dort vor allem um Geschäftskunden bemühen. Ein Festanschluß werde bei Mobilcom dann 29 Mark kosten, Ortsgespräche seien dabei unter Mobilcom-Kunden kostenlos, ansonsten koste die Gesprächsminute 9,5 Pfennig, so Schmid.

Auf dem Land sei durch den jüngsten Beschluß der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post kein profitables Wachstum möglich. "Der Wettbewerb findet nicht in Husum oder Hallig Hooge statt, sondern in Städten mit vielen Unternehmen", so Schmid. Wenngleich Mobilcom der Spruch der Regulierungsbehörde nicht gefalle, "werden wir nicht gegen den Beschluß klagen", sagte Schmid.

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