Commerzbank Asienkrise gut verdaut

Das Geldinstitut hat seinen Gewinn nach Steuern 1998 um fast 50 Prozent erhöht. Dennoch soll die Dividende für die Aktionäre unverändert bleiben.

Frankfurt - Durch gewinnträchtige Beteiligungs-Verkäufe hat die Commerzbank hohe Belastungen aus der Asienkrise gut verdauen können. Die Risikovorsorge fällt mit 1,75 Milliarden Mark "wegen der anhaltend schwierigen Lage in Asien" zwar für 1998 höher aus als geplant. Dennoch legte das Ergebnis nach Steuern um 47 Prozent auf 1,87 Milliarden Mark zu. Dies gab die Commerzbank AG am Montag abend in Frankfurt bekannt. Für die Aktionäre soll allerdings lediglich eine unveränderte Dividende von 1,50 Mark je Aktie abfallen. Darüberhinaus sollen die Gewinnrücklagen mit einer Zuweisung von rund einer Milliarde Mark gestärkt werden.

Maßgeblicher Faktor für den Ertragssprung ist nach Darstellung der viertgrößten deutschen Privatbank ein Finanzanlageergebnis von einer Milliarde Mark. Dahinter stehen unter anderem Verkäufe von Beteiligungen an der Leonberger Bausparkasse sowie der Schweizer Großbank Crédit Suisse. Weitere Zahlen nannte die Commerzbank nicht. Provisionsüberschuß und Handelsergebnis hätten sich insgesamt erfreulich entwickelt, während der Zinsüberschuß leicht hinter das Vorjahresniveau zurückgefallen sei.

An der Spitze des Commerzbank-Aufsichtsrates wird es in diesem Jahr zu einem Wechsel kommen. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Walter Seipp (73), kündigte an, daß er nach acht Jahren zur Hauptversammlung am 21. Mai aus dem Aufsichtsrat ausscheiden wolle. Sein Nachfolger soll das bisherige Vorstandsmitglied der Commerzbank, Dietrich-Kurt Frowein, werden, der dann aus dem Vorstand der Bank ausscheiden soll.

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