Schwarz Pharma Das ganz große Geld winkt

Die Aktie legt nach einer Einigung in einem Patentstreit mehr als 30 Prozent zu.

Monheim - Die US-Tochter Kudco des Arzneimittelherstellers Schwarz Pharma  hat am Freitag die endgültige Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA für ein Nachahmerprodukt des Magen- und Darmmittels Omeprazol erhalten. Das teilte Schwarz Pharma am Freitag Abend mit. Die im MDax notierte Aktie von Schwarz Pharma schoss gegen Abend mit rund 31 Prozent auf 25,30 Euro in die Höhe und markierte damit den höchsten Stand seit Mitte des Jahres 1999.

Dieser Schritt sei erfolgt, nachdem die Tochter Kudco mit den Unternehmen Andrx Pharmaceuticals und Genpharm einen Vertrag geschlossen habe, um die Vermarktung des Omeprazol-Generikums in den USA zu ermöglichen.

Im Gegenzug erhielten sowohl Andrx als auch Genpharm, eine Tochter der Darmstädter Merck KGaA, eine Beteiligung am Gewinn, teilte Schwarz Pharma weiter mit. Der Vertrag sieht demzufolge eine gestaffelte Beteiligung von jeweils 15,9 Prozent bzw 6,25 Prozent über eine bestimmte Zeit vor. Diese sei abhängig von "verschiedenen Faktoren".

Das Patent für den Wirkstoff Omeprazol war im Oktober 2001 ausgelaufen. Inhaber des Patents war der britisch-schwedische Pharmakonzerns AstraZeneca. AstraZeneca erwirtschaftete mit dem Medikament Prilosec, das auf Omeprazol basiert, im vergangenen Jahr allein in den USA einen Umsatz von rund 3,7 Milliarden US-Dollar. Weltweit waren es fast sechs Milliarden Dollar.

Einigung in einem zähen Patentstreit

Mitte Oktober hatte ein US-Bezirksgericht in dem seit Anfang Dezember 2001 laufenden Patentstreit entschieden, dass die Nachahmerprodukte von Andrx und Genpharm ein Patent von AstraZeneca verletzen. Lediglich für den Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma ging das Urteil gut aus. Demnach wurde dem Konzern als einzigem von vier Unternehmen die Genehmigung erteilt, das Nachahmerprodukt für Prilosec mit dem Wirkstoff Omeprazol auf den Markt zu bringen.

Andrx und Genpharm, denen bereits vor der Gerichtsentscheidung am 11. Oktober die 180-Tage-Exklusivität zugesprochen wurde, haben das Urteil angefochten. Dass sie dennoch nun im Team mit Schwarz Pharma das neue Medikament ankündigen, macht nach Angaben des Wall Street Journal (Freitagausgabe) Sinn: Ohne die Zusammenarbeit würde sich für die beiden Unternehmen der Start mit dem Nachahmerprodukt um Monate wenn nicht Jahre verzögern. Eine Entscheidung des Gerichtes hätte sich noch ein gutes Jahr hinziehen können - und mit jedem Monat verkleinere sich der Markt für das Magen-Darm-Medikament.

Ergebnis von Schwarz Pharma könnte dreistellig steigen

Auch für Schwarz Pharma erscheine der Schritt positiv sein. Nach dem Urteil erschien es - vor allem wegen der 180-Tage-Exklusivität für die anderen Unternehmen - zunächst ungewiss, wann der Konzern mit der Vermarktung des Medikament beginnen könne.

"Wir halten in den ersten zwölf Monaten nach Zulassung ein dreistelliges Umsatz- und Ergebniswachstum durch Omeprazol für möglich", hatte die Schwarz Pharma-Sprecherin Antje Witte nach der Gerichtsentscheidung erklärt.