Telekom Branche bleibt unter Druck

Eine drohende Sammelklage gegen die Deutsche Telekom, Sorgen bei British Telecom und Abstufungen für den Mobilfunkriesen Vodafone: T-Aktionäre brauchen starke Nerven.

Frankfurt am Main - In einem insgesamt schwachen Markt hat die T-Aktie nach Meldungen über eine drohende Sammelklage in den USA starke Verluste aufgewiesen. Außerdem setzt ein negativer Analystenkommentar zu Vodafone die gesamte Telekombranche unter Druck.

Nach einem Bericht der "Financial Times" stellt die British Telecom (BT Group Plc) zudem ihre Wachstumsziele in den kommenden drei Jahren in Frage. Grund sei unter anderem die Krise in der Telekombranche. Außerdem haben Analysten der Banc of America die Papiere von Vodafone auf "Underperformer" herabgestuft. Das habe nach Angaben eines Händlers auch direkte Auswirkungen auf die Aktie der Deutschen Telekom.

Die Verluste der T-Aktie seien aber vor allem Auswirkung einer möglichen Sammelklage in den Vereinigten Staaten, sagte ein Händler. Nach Presseberichten muss der Bonner Konzern nach einem Gerichtsentscheid mit einem solchen Schritt rechnen. "Damit entsteht für die Telekom ein enormer Druck, einen Vergleich zu schließen", zitiert das Blatt einen Zivilrechts-Experten. Die Kläger werfen dem Bonner Konzern vor, vor dem US-Börsengang seine Pläne zur Übernahme des US-Mobilfunkers VoiceStream verschwiegen zu haben.

Für einen anderen Händler stellt die drohende Sammelklage in den USA aber kein gravierendes Problem für die Deutsche Telekom dar. "Jedes Unternehmen, dass in den Staaten gelistet ist, läuft Gefahr mit Sammelklagen konfrontiert zu werden", sagte er. Das liege am Rechtssystem in den USA. Insgesamt schätze er das Risiko für die Telekom als gering ein.