SCM Aktie rauscht in die Tiefe

Schwache Quartalszahlen und eine Umsatzwarnung drücken die Aktie tief in die Verlustzone.

München - Das deutsch-amerikanische Technologieunternehmen SCM Microsystems  ist im dritten Quartal bei einem Umsatzrückgang in die roten Zahlen gerutscht und hat damit die eigenen Prognosen verfehlt. Zudem senkte SCM seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Vor Goodwill-Abschreibungen, Kompensation für Aktienoptionen und anderen Einmaleffekten liege der operative Verlust bei 1,3 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 0,5 Millionen Dollar erzielt worden sei, teilte das ebenfalls im Nemax50 notierte Unternehmen am Donnerstag mit. Die Aktie gab bis Donnerstagmittag rund 18 Prozent auf 7,47 Euro ab und war damit schwächster Wert im Nemax50.

Eigene Ziele nicht erreicht

Mit den präsentierten Zahlen lag der Anbieter von Lesegeräten für Smart Cards klar unterhalb der in Aussicht gestellten Spanne, die von einem Verlust von 700.000 Dollar bis hin zu einem Gewinn von 1,7 Millionen Dollar reichte. Zugleich reduzierte das Unternehmen seine Umsatzprognose für 2002 und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm an.

Im Schlussquartal 2002 werde der Umsatz zwischen 40 und 45 Millionen Dollar liegen. Für das Gesamtjahr ergebe sich damit ein revidiertes Umsatzziel von 169 bis 174 Millionen Dollar sowie ein operatives Ergebnis im Bereich des Break-Even bis hin zu einem Gewinn von 2,4 Millionen Dollar. Zuletzt war SCM noch von einem Umsatz zwischen 183 und 197 Millionen Dollar ausgegangen.

Hohe Wertberichtigungen durch Steuern

Im dritten Quartal schrumpfte der Konzernumsatz um zwölf Prozent auf 40,9 Millionen Dollar. Als Grund für den operativen Proforma-Verlust nannte SCM Microsystems die unbefriedigende Entwicklung im europäischen Digital-TV-Geschäft.

Wegen der Wertberichtigung durch anfallende Steuern sei es zudem zu einer Einmalbelastung von 13,8 Millionen Dollar gekommen. Damit ergebe sich ein Nettoverlust von 19,8 Millionen Dollar. Die Bewertungsänderung wirke sich aber nicht auf die Liquidität des Unternehmens aus. Diese bezifferte SCM per 30. September auf 58,0 Millionen Dollar nach 60,2 Millionen Dollar zur Jahresmitte.

Das Unternehmen kündigte zudem an, ein Aktienrückkauf-Programm zu starten. Über die Börsen in den USA und in Deutschland sollen dabei eigene Aktien im Wert von bis zu 5,0 Millionen Dollar gekauft werden. Das Programm erstrecke sich über die nächsten zwei Jahre.