Merck Ergebnis bricht im die Hälfte ein

Bittere Pille - der Pharmakonzern meldet schlechte Zahlen. Der Ausblick ist ebenfalls schwach.

London/Darmstadt - Das Darmstädter Pharma- und Spezialchemieunternehmen Merck KGaA  hat im dritten Quartal wegen des erneuten Umsatzrückgangs beim Diabetes-Mittel Glucophage einen herben Umsatz- und Ergebnisrückgang vermeldet.

Das operative Ergebnis ist im Berichtszeitraum um 52 Prozent auf 143 Millionen Euro eingebrochen und lag damit am unteren Ende von Analystenschätzungen. Wie Merck am Donnerstag in London mitteilte, ist der Umsatz der Merck-Gruppe um 5,4 Prozent auf 1,847 Milliarden nach 1,952 Milliarden Euro gefallen. Analysten hatten hier durchschnittlich 1,87 Milliarden Euro erwartet.

Ursache dafür seien negative Wechselkurseffekte in Höhe von 6,1 Prozent sowie der generische Wettbewerb zu Glucophage und der weiterhin hohe Lagerüberhang beim US-Großhandel gewesen. Das organische Umsatzwachstum der Gruppe habe 3,8 Prozent betragen.

Prognose für das Gesamtjahr bleibt schwach

Der Gewinn nach Steuern sei um 98 Prozent auf 5,9 Millionen Euro gefallen, hieß es weiter. Wesentliche Ursache dafür seien Sondermaßnahmen in Höhe von 58 Millionen Euro zur Abdeckung von Risiken aus dem Vitamingeschäft.

Für das Gesamtjahr geht Merck weiterhin von einem operativen Ergebnis aus, das bis zu einem Drittel unter dem des Vorjahres liegen werde. Die Darmstädter rechnen mit einem einstelligen organischen Umsatzwachstum. Nominal könnten starke Währungsschwankungen auch zu einer leicht negativen Veränderung führen. Merck hatte zuvor von einem einstelligen Umsatzwachstum gesprochen.

Merck hält an Krebsmedikament fest

Auch nach dem Skandal um das Krebsmedikament "C225" (Erbitux) des US-Biotechunternehmen Biotech-Unternehmens ImClone hält Merck weiter an dem Medikament fest. "Auch wenn C225 und unser Partner in den USA in den letzten Monaten für negative Schlagzeilen sorgten, stehen wir weiterhin hinter diesem Produkt", hieß es. Die klinischen Studien liefen nach Plan. Merck erwarte die Auswertung der Daten im ersten Quartal 2003.

Zuvor wurde der Zulassungsantrag für Erbitux in Europa auf das erste Halbjahr 2003 verschoben.

Merck plane, die Investitionen weltweit weiter zu reduzieren. Neben den bereits angekündigten Einsparungen von 50 Millionen Euro jährlich sollen künftig pro Jahr 37 Millionen Euro eingespart werden.