AMD Optimistischer Ausblick trotz Riesenverluste

Der US-Chiphersteller hat einen Millionenverlust verbucht. Aber im kommenden Quartal soll alles besser werden.

Frankfurt/Sunnyvale - Trotz eines unerwartet hohen Verlustes im dritten Quartal haben die Aktien des weltweit zweitgrößten Mikroprozessorenherstellers Advanced Micro Devices (AMD)  im Frankfurter Parketthandel am Donnerstag kräftig zugelegt. Innerhalb der ersten Handelsstunde schossen die Papiere um mehr als 14 Prozent nach oben.

Während das AMD-Papier in New York am Mittwoch mit einem Verlust von 16,90 Prozent aus dem Handel gegangen war, legte der Titel nach den veröffentlichten Zahlen nachbörslich um rund 16 Prozent zu auf über vier Dollar. Händler machten positive Kommentare von AMD zum vierten Quartal für den Kursanstieg verantwortlich.

Die Analysten von UBS Warburg erklärten in einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse, das Rating und die Schätzungen seien unter Beobachtung. Sie seien skeptisch, was die vom Unternehmen prognostizierten Ziele angehe, hieß es in der Studie von Thomas Thornhill.

Für das Schlussquartal erwartet die im S&P-500-Index notierte Gesellschaft einen deutlich höheren Speicherchip-Umsatz, da die Nachfrage nach hochwertigen Handys anziehen werde. AMD rechnet auch mit höheren PC-Chip-Umsätzen. Im zweiten Quartal 2003 strebt AMD wieder in die Gewinnzone.

Der Verlust je Aktie war im dritten Quartal von 54 Cent im Vorjahr auf 74 Cent gestiegen. Unternehmensbeobachter hatten im Durchschnitt mit einem Verlust von 67 Cent gerechnet. Der Umsatz lag dagegen mit 508,2 Millionen Dollar etwas über der durchschnittlichen Analystenerwartung von 499,7 Millionen.

Den hohen Quartalsverlust von insgesamt 254,2 Millionen Dollar begründete AMD mit der schwachen Nachfrage, hartem Preiswettkampf mit seinem großen Konkurrenten Intel und durch den Abbau des überhöhten Chip-Inventars. Der Verkauf von PC-Chips fiel gegenüber den vorangegangenen drei Monaten um 31 Prozent auf 262 Millionen Dollar. Dagegen legte AMD bei Speicherchips für Handys und andere Mobilfunkgeräte sowie digitale Kameras um acht Prozent auf 189 Millionen Dollar zu.

Der Neunmonatsumsatz sackte auf zwei (Vorjahresvergleichszeit: 2,9) Milliarden Dollar ab. Die Gesellschaft machte 75 Prozent des Umsatzes im Ausland. Das in Sunnyvale (Kalifornien) ansässige Unternehmen wies einen Neunmonatsverlust von 448,3 Millionen Dollar aus gegenüber einem Gewinn von 44,8 Millionen Dollar im Januar-September-Abschnitt 2001.

AMD hat sein Inventar der schwächer als erwarteten Nachfrage angepasst. Davon waren vor allem Desktop-Chips betroffen. Das Unternehmen kündigte für das vierte Quartal "aggressive Aktionen" an. Zum Quartalsende arbeiteten noch 13.218 Mitarbeiter gegenüber 15.152 vor zwölf Monaten bei AMD.

Die Gesellschaft erwartet für das Schlussquartal einen deutlich höheren Speicherchip-Umsatz, da die Nachfrage nach hochwertigen Handys anziehen dürfte. AMD rechnet auch mit höheren Umsätzen bei PC-Chips. Der Gesamtumsatz soll ebenfalls erheblich steigen. Der operative Verlust soll gegenüber dem dritten Quartal dieses Jahres erheblich geringer ausfallen.