Fraport Mehr Passagiere, mehr Fracht

Der Flughafenbetreiber kommt aus der Flaute. Die Aktie legt nach Zahlen zu.

Frankfurt - Die Aktie des Flughafenbetreibers Fraport  hat sich am Freitag in die Spitze des MDAX geschoben, nachdem das Unternehmen Passagierzahlen am oberen Ende der Prognosen gemeldet hatte. Der Wert legte am Vormittag mehr als fünf Prozent zu und wurde bei knapp 20 Euro gehandelt.

"Die Zahlen sind gut, gar keine Frage", sagte Karl Rheinberger, Händler von N.M. Fleischhacker. Allerdings sei der Kursanstieg vor dem Hintergrund zu sehen, dass Fraport am Donnerstag sein historisches Tief markierte. Da seien die guten Passagierzahlen auf fruchtbaren Boden gefallen. "Das ist so, wie wenn man ein Streichholz in einen Holzschober wirft", sagte der Händler. Zusätzlich helfe dem Wert sogenanntes Shortcovering, bei dem kurzfristige orientierte Anleger Deckungskäufe tätigen.

"Die Zahlen von Fraport sehen optisch gut aus", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Das sei jedoch kein Wunder, wenn man den Vergleich zum Vorjahresmonat nimmt, der durch die Terroranschläge in den USA sehr schlecht ausgefallen war. Kurz vor Wochenschluss seien sehr viele kurzfristig orientierte Anleger im Markt, sagte auch dieser Händler. "Der Markt wird dominiert von Shortverkäufen, Daytradern und Hedgefonds", erklärte er. Die institutionellen Anleger seien noch zurückhaltend bei Käufen.

Im September hat Fraport 4,7 Millionen Passagiere an dem größten deutschen Flughafen registriert, teilte die im MDAX notierte Fraport am Freitag mit. Dies sei im Vergleich zu dem von Einbrüchen im Luftverkehr gekennzeichneten September 2001 ein Plus von sieben Prozent. Vor allem der private Reiseverkehr sei offenbar auf dem Weg der Erholung: Mit Ausnahme Spaniens seien steigende Fluggastzahlen für Ziele rund um das Mittelmeer zu verzeichnen.

Bei der Luftfracht verzeichnete das Unternehmen mit 132.000 Tonnen erneut einen Zuwachs. Gemessen am Vorjahr lag die Tonnage damit um 9,4 Prozent höher. Die Zahl der Flugbewegungen stieg im September auf 40.000 Starts und Landungen. Das waren 1,5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.