Yahoo Analysten würden kaufen

Das Unternehmen überrascht die Märkte mit starken Quartalszahlen und einem guten Ausblick. Zahlreiche Analysten stimmen Lobeshymnen an. Sie erhöhen ihre Prognosen und stufen die Aktie auf "Kaufen" hoch.

New York – Yahoo  hat mal wieder alle überrascht. Die fast schon totgeschriebene Internetbranche glimmt auf. Während die Papiere von etablierten Unternehmen in die Tiefe rauschen, verzeichnet Yahoo deutliche Gewinne. Analysten sprachen von starken Quartalsergebnissen und einem guten Ausblick.

Als der Internetkonzern mit einem etwa 50-prozentigen Umsatzzuwachs und einem Gewinn pro Aktie von fünf Cent für das dritte Quartal aufwartete, übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen. Der Nettogewinn lag bei 28,9 Millionen Dollar. Im Vorjahr verzeichnete Yahoo noch für das dritte Quartal einen Verlust von 24,1 Millionen Dollar. Der Umsatz legte von 166,1 auf 248,8 Millionen Dollar zu.

Die Aktie des Konzerns schloss am Donnerstag in Frankfurt und New York mit einem Plus von mehr als 23 Prozent.

Analysten erhöhen Rating und Gewinnprognosen

Ein Analyst von Kaufman Bros. kommentierte: "Wir erwarten immer, dass sie die Zahlen übertreffen, aber in diesem Jahr übertreffen sie deutlich stärker", sagte Paul Kim der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Analysten von Merrill Lynch haben ihre Anlageempfehlung für die Aktie von "Neutral" auf "Buy" heraufgesetzt. Als Kursziel nannten sie am Donnerstag 13 Dollar. Die Experten verdoppelten ihre Wachstumsprognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im kommenden Jahr von 27 auf 55 Prozent. Für das vierte Quartal 2002 erhöhten sie ihre Prognose für den Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,04 auf 0,06 Dollar. Die Analysten erwarten, dass der Gesamtertrag der Aktie (Kursgewinn plus Dividende) in den kommenden zwölf Monaten bei mindestens 20 Prozent liegen wird. Mit hohen Kursschwankungen sei allerdings zu rechnen.

Auch Prudential und die Deutsche Bank stuften die Aktie auf Kaufen hoch. Die Analysten der Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley erhöhten ihre Gewinnprognosen für das Unternehmen.

Umsatztreiber Hotjobs

Den starken Umsatzzuwachs erklärte Yahoo zum größten Teil mit den Dienstleistungen, die Yahoo seit Anfang dieses Jahres anbietet, sowie mit dem Kauf von Hotjobs, der Nummer zwei unter den Online-Stellenbörsen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe sich zudem auch das Werbegeschäft gut entwickelt.

"Die Werbewirtschaft verbessert sich wieder, allerdings gibt hier die USA den Trend vor", sagte eine Sprecherin von Yahoo Deutschland gegenüber manager-magazin.de. Dort seien die Werbeerlöse um 22 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hätten sich Premium Services erfreulich entwickelt.

Deutschland hinkt hinterher

Langfristig will Yahoo jedoch von der starken Werbemarkt-Abhängigkeit weg. Bezahldienste sowie IT-Dienstleistungen für Unternehmen sollen dabei helfen. Bis 2005 will Yahoo rund zehn Millionen zahlende Kunden haben. Sie sollen die Hälfte des Umsatzes einbringen. Im September zählte Yahoo ohne Japan weltweit 201 Millionen Nutzer gegenüber 177 Millionen im gleichen Monat des Vorjahres. Zahlen zur Entwicklung in Deutschland will Yahoo nicht veröffentlichen.

Franz Dillitzer, Geschäftsführer von Yahoo Deutschland, hatte im September gegenüber dem Magazin "Brand eins" gesagt, die Bundesrepublik hinke bei dem bezahlten Angebot "um zwei bis drei Jahre hinterher". Anders als in den angelsächsischen Ländern "kämpfen wir hier zu Lande mit einer hartnäckigen Kostenlos-Kultur", so die Yahoo-Sprecherin.

Verlust schrumpft

Beim Neunmonatsumsatz glänzte die Internetfirma mit 667,3 Millionen Dollar ebenfalls. Im Vorjahr waren es noch 528,5 Millionen Dollar. Unter Berücksichtigung veränderter Buchführungsregeln fiel dabei ein Neunmonatsverlust von 3,4 Millionen Dollar – im Vorjahr 84,2 Millionen Dollar - an.

Für das Gesamtjahr zeigte sich Yahoo optimistisch. Sowohl der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) als auch der Umsatz sollen kräftig steigen. Beim Ebitda rechnet das Unternehmen mit einem positiven Ergebnis von 190 bis 200 Millionen Dollar nach 43,6 Millionen im Jahr 2001. Der Umsatz soll von 717 Millionen im Jahr 2001 auf 930 bis 955 Millionen Dollar steigen. Analysten hatten bisher mit 925,9 Millionen Dollar gerechnet.

Für 2003 setzte sich das Unternehmen hohe Ziele. Der Konzern prognostizierte zwischen 1,08 und 1,18 Milliarden Dollar Umsatz und ein Ebitda von 250 bis 300 Millionen Dollar. Ein anspruchvolles Ziel, wie Analysten urteilen.


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