Allianz Anleger greifen wieder zu

Nach den dicken Vortagesverlusten trotzt die Aktie Abstufungen durch Ratingagenturen.

New York/München - Die beiden angesehensten Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's haben wesentliche Einschätzungen für die Allianz  gesenkt. Damit wird es für den Finanzkonzern teurer, neues Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen.

Beide Agenturen begründeten ihre am Mittwochabend bekannt gegebenen Rückstufungen unter anderem mit dem schlechteren Risikoprofil der Allianz und der schwachen Entwicklung der Dresdner Bank, die die Allianz im vergangenen Jahr für über 24 Milliarden Euro übernommen hatte.

Ein Allianz-Sprecher sagte am Donnerstag, die Schwäche der Kapitalmärkte hinterlasse in der gesamten Branche ihre Spuren. Aber auch die gesenkten Einstufungen spiegelten nach wie vor die gute Kapitalisierung der Gruppe wider.

Die Allianz-Aktie hatte am Vormittag zunächst nachgegeben, stieg dann aber in einem freundlichen Bankensektor um rund drei Prozent auf 79 Euro. Der Titel hatte am Mittwoch mit 74 Euro zeitweilig den tiefsten Stand seit zehn Jahren markiert. "Versicherungswerte wurden über Wochen heruntergeprügelt und gehen jetzt natürlich als erste wieder hoch", sagte Guiseppe Amato, Aktienhändler von Lang & Schwarz.

S&P senkte ihr langfristiges Finanzstärkerating sowie das langfristige Kreditrating (counterparty credit rating) für die Allianz und eine Reihe ihrer Töchter. Die Ratings wurden auf "AA" von "AA-Plus" reduziert, der Ausblick mit negativ eingestuft.

Am 1. August hatte die Agentur den Finanzkonzern bereits auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Zurückstufung gesetzt. Damals hatte die Allianz einen Quartalsverlust nach Steuern bekannt gegeben und mitgeteilt, sie werde ihr Gewinnziel von mindestens drei Milliarden (Vorjahr 1,6) Euro nicht erreichen.

Moody's senkte seine Einstufung für die vorrangigen und nachrangigen Verbindlichkeiten um zwei Stufen auf "Aa2" von "Aaa" beziehungsweise auf "A1" von "Aa2". Obwohl die Allianz ihre führende Position in den Kern-Versicherungsmärkten beibehalte, entspreche ihre Kapital-, Gewinn- und Risikosituation eher dem nun beschlossenen niedrigeren Rating, teilte die Agentur mit. Die angekündigten Kostensenkungen der Dresdner Bank könnten zwar deren Effizienz ausbauen, ein bedeutender Beitrag zum Gewinn der Gruppe sei aber für geraume Zeit noch nicht sicher.

Das Rating für die langfristigen Verbindlichkeiten der Dresdner Bank stufte Moody's auf "Aa3" von "Aa2" zurück. S&P senkte das Kreditrating für das Institut auf "A-Plus" von bislang "AA-Minus".